BMW 335i Performance
Test der sportlichen Tuning-Alternative
Mit der neuen Performance-Linie bietet BMW eine sportliche Ausstattungsvariante abseits der M-Fahrzeuge an. Nach dem 1er BMW kommt nun auch der 335i in den Genuss des muskulösen Aerodynamik-Kits nebst Sportfahrwerk. 20 Mehr-PS sind gleichfalls zu haben.
Ist der sportlich aufgestellte Dreier mit Performance-Anspruch eine M3-Alternative?
Auf dem Genfer Automobilsalon Anfang März hat der BMW 335i Performance für Aufmerksamkeit und Verwirrung gesorgt. Eine neue sportliche Fahrzeuglinie jenseits der M GmbH? Das nährte prompt die ketzerische Vermutung einer Art verdeckter, hausinterner Kurskorrektur. Undercover weg vom hochdrehenden Acht- zum aufgeladenen Sechszylinder-Biturbomotor? Downsizing lässt grüßen? In Anbetracht der Menge an Preisen, die der Dreiliter-Benzindirekteinspritzer weltweit einheimsen konnte, lagen derartige Überlegungen auf der Hand.

BMW · Performance Linie · M3 · 335i · Sportmodell · Tuning
Performance-Linie als Alternative zum Tuning gedacht
Doch BMW-Mutter wie Tochter dementieren unisono: "Nichts da - die Performance-Linie ist einzig als Alternative zum Tuning gedacht." Hübsche Details, einzeln oder am Stück zu haben, mit denen sich das eigene Auto individualisieren lässt. So weit, so gut. Aber war derlei mit den zuvor bereits in den schier endlosen Münchener Aufpreislisten zu findenden M-Paketen nicht gleichfalls möglich? Warum nun noch ein Performance-Kit?
Befriedigend klären ließ sich diese Frage nicht. Zumal der mittels zahlreicher Aerodynamikteile, eines modifizierten Schalldämpfersystems mit deutlich mehr Stimmgewalt und einem Performance-Fahrwerk nebst geänderter Fahrwerksfedern geschärfte Dreier nicht nur optisch an das 420 PS starke Saugmotor-Topmodell der M GmbH gemahnt. Auch preislich rangieren die sportlich orientierten Mittelklässler mit Biturbo-Reihensechser und kernigem Vierliter-V8 dicht beieinander.
Testwagenpreis: 75.458 Euro
Schlägt doch der Newcomer im vollen Testwagenornat mit beachtlichen 75.458 Euro zu Buche. Auf das Performance-Paket allein entfallen dabei rund 16.500 Euro - ohne Leistungssteigerung wohlbemerkt. Wer seinem 3er BMW darüber hinaus mit der im Siebener aktiven Ausbaustufe des Dreiliter-Biturbotriebwerks auf die Sprünge helfen will (326 PS), wird mit weiteren 2.000 Euro zur Kasse gebeten.
Für die restliche Differenz zwischen Fahrzeuggrundpreis (42.300 Euro) und Testwagenpreis ohne Performance-Kit (56.957 Euro) zeichnen sonstige werksseitig offerierte Extras wie beispielsweise Navigations- und Audiosystem, Skisack, Handyvorbereitung oder Park Distance Control verantwortlich. Zum Vergleich: Den BMW M3 gibt’s ab 66.000 Euro. Die zu verschiedenen Zeiten in der Redaktion befindlichen Testwagen notierten mit Preisen zwischen 80.000 und 85.000 Euro. Rein monetär ist der BMW 335i Performance also schon als viertürige Limousine eine ziemliche Ansage. Coupé und Cabriolet kommen noch etwas teurer.
Fahrdynamisch gibt es kaum Unterschiede
Und fahrdynamisch? Bei derart üppigen Einsatzkosten steht diesbezüglich einiges zu erwarten. Leider hält der Performance-Dreier aber nicht, was sein betont stämmiger Auftritt mit den kräftig gezeichneten Schwellern und Schürzen, den markanten Karbonteilen und der kernig-sonoren Stimme verspricht. Zwar versprüht der mit einem Multifunktionslenkrad nebst integrierten Schaltlampen, knackig kurzem Performance-Schaltknauf, Karbonblenden für die Instrumententafel, Türen und Mittelkonsole sowie exzellent konturierten, Alcantara-bezogenen Sportsitzschalen vorn auch innen ordentlich aufgerüschte 335i jede Menge sportliches Flair.
Wesentlich flotter unterwegs ist der gut 1,6 Tonnen schwere Viertürer aber nicht. Mit 5,5 zu 5,8 Sekunden absolviert die Performance-Limousine den 0-100-Sprint zwar drei Zehntelsekunden schneller als das im August 2007 getestete Schwestermodell. Auf dem 2,6 Kilometer langen Kleinen Kurs in Hockenheim zeigt die Arbeit an Fahrwerk, Motor und Aerodynamik jedoch keine Wirkung. Mit einer Rundenzeit von 1.18,1 Minuten stellt sich der Newcomer nahtlos ins Glied seiner 306 PS starken und jeweils rund zehn Kilogramm schwereren Vorgänger.
Die anno 2007 zum Vergleich mit dem Subaru Impreza WRX STi und dem Mitsubishi Lancer Evo IX angetretene handgeschaltete Limousine absolvierte die gleiche Übung in 1.18,0, das mit dem Doppelkupplungsgetriebe DKG versehene 335i Coupé Ende vergangenen Jahres (siehe Test im November 2008) in 1.17,9 Minuten. Alle Autos vertrauten dabei auf Bridgestone Potenza RE050A-Pneus. Die mischbereiften Räder der ersten Limousine maßen 18, die des Coupés und der Performance-Limousine 19 Zoll. Die Laufflächenbreiten waren mit 225 Millimeter vorn und 255 Millimeter hinten bei allen Autos identisch. Ähnlich wie das bei sport auto zwecks Dauertest verweilende 335i Coupé mit M-Sportfahrwerk verlangt auch die 335i Performance-Limousine den Insassen gewisse Nehmerqualitäten ab.
Runflat-Bereifung kostet Komfort
Im Zusammenspiel mit der Runflat-Bereifung fällt der Abroll- und Federungskomfort des Performance-Fahrwerks nicht immer geschmeidig aus. Informationen über die Beschaffenheit der Straßenoberfläche werden unverhohlen übermittelt. Die Härte im täglichen Umgang macht sich im 18-Meter-Slalom allerdings bezahlt: Hier ist der Performance-Dreier mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 68,2 km/h rund 0,5 bis ein km/h schneller als die zuvor getesteten 335i-Modelle. Seine insgesamt sehr gutmütige, weil untersteuernde Fahrwerksabstimmung bremst ihn hier weniger stark ein als auf dem Kleinen Kurs.
In der Bremsprüfung ergaben sich trotz modifizierter Bremsenkühlung keine Unterschiede: Mit mittleren Verzögerungswerten von 10,8 m/s² kalt wie warm operiert der Mittelklasse-BMW auf gewohnt hohem Niveau. Alles in allem hätte man sich von einem sportlich aufgestellten Dreier mit Performance-Anspruch aber mehr versprochen. Vielleicht ist das das Zugeständnis an die M GmbH.
| Basisdaten | |
|---|---|
| Marke | BMW |
| Modell | 335i Performance |
| Baujahr | 09/2008 |
| Motor | Reihenmotor 6 Zylinder Abgasturbolader (0.6 bar) |
| Ventile | 4 pro Zylinder, dohc |
| Bohrung mal Hub | 84,0 x 89,6 mm |
| Hubraum | 2979 cm³ |
| Verdichtung | 10,2:1 |
| Leistung | 326 PS (240 kW) bei 5800 U/min |
| Drehmoment | 400 Nm bei 1300 U/min |
| Literleistung | 109 PS (81kW)/Liter Hubraum |
| Kraftübertragung | Hinterradantrieb |
| Getriebe | 6-Gang vollsynchronisiert |
| Gangübersetzungen | I. 4.055, II. 2.396, III. 1.582, IV. 1.192, V. 1, VI. 0.872, |
| Achsübersetzung | 3,08 |
| Fahrwerk | |
| Radaufhängung (vorn/hinten) | Einzelradaufhängung / Einzelradaufhängung |
|
Federung (vorn/hinten) |
mit McPherson-Federbeinen / mit Schraubenfedern, Stoßdämpfern |
| Stabilisatoren (vorn/hinten) | ja / ja |
| Bremsdurchmesser (vorn/hinten) | 348/336 mm |
| Reifenmarke | Bridgest.PotenzaRE050A RSC |
| Reifen (vorn) | 225/35 ZR 19 |
| Felgengröße (vorn) | 8 J x 19 |
| Reifen (hinten) | 255/30 ZR 19 |
| Felgengröße (hinten) | 9 J x 19 |
| SPAX | |
| sport auto-Index | 5,4 |
Für denselben Preis gibt es einen Lexus IS F mit einem 8-Zylinder, Super 8-Gang-Automatik und Top-Ausstattung. Keine Fragen mehr...
Die 20 PS sind doch ein Witz. Der Motor streut doch dermaßen, dass Serien 335i schon mit über 325 PS auf dem Prüfstand getestet wurden.
Wenn eine Leistungssteigerung, dann die von Evotech für knappe 3.000 Euro. 380 PS ohne Ladedruckerhöhung ist die bessere Wahl.
Ich schließe hier mich mit an,dass hier Bmw richtig abzocken will.Bmw kommt auch noch von Ihrem hohen Roß herunter.Die Leute können sich Solche Teuren Auto mehr leisten. Früher hätte man sich am kopf gefasst einen sportlichen 3er für 140000D-Mark.
Wenn ich da an den Alpina B3 biturbo von meinem Vater denke, der mind. 360PS (Aussage Alpina!) leistet und 500NM hat (100NM mehr als der hier) ist das Alpina Konzept deutlich besser - zum gleichen Preis jedoch mit X-Drive! Und das der Alpina deutlich seltener und exklusiver ist, wie ein BMW mit ein wenig Performance-Pack, darüber braucht man eh nicht streiten...
18500 Eu für ein bisschen Optik. Früher hat BMW ohne Aufpreis sportliche Autos gebaut, heute verlangen Sie den Gegenwert eines gut ausgestatteten VW polo dafür, ohne das unter dem strich viel dabei herraus kommt. Das ist nicht nur blamabel sondern unverschämt.
Der Trend des abkassieren wollens, scheint sich nicht nur fort zu setzen, sondern soll offensichtlich noch gesteigert werden.
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