Der BMW M3 DKG Cabrio im Kurztest

BMW M3 Cabrio komplettiert das offene Trio der M GmbH

Auf Knopfdruck öffnet und schließt sich das versenkbare Hardtop des BMW M3 Cabrio binnen 30 Sekunden. Und mit dem optional angebotenen Doppelkupplungsgetriebe lassen sich nun auch die damit sieben offerierten Gänge auf Tastendruck sortieren.

Zugegeben – der Widerspruch ist offensichtlich und nicht von der Hand zu weisen. Während sich das BMW M3 Coupé mit dem Einsatz von intelligenten Leichtbau-Komponenten rühmt, schleppt die Cabrio-Variante ein Strafgewicht mit sich herum. Keine Stoffkapuze als leichtgewichtiges Pendant zum elitären und schlank machenden Karbondach des Coupés. Nein, ein fester Helm mit all seiner gewichtigen Mimik wie beim herkömmlichen Dreier-Cabriolet muss es sein.

Das Cabrio liegt auch deutlich hinter der Limousine

Lässt das M3 Cabrio aus sportlicher Hinsicht dadurch also Federn? Im Vergleich zum 420 PS starken Coupé ist dem so, was konstruktionsbedingt natürlich anzunehmen war. Dass der offene Viersitzer aber sogar gegen die Limousine derart den Kürzeren zieht, war zunächst und in dieser Form nicht zu erwarten. Spätestens jedoch nach der Fahrt auf die Waage sind die Vorzeichen klar und deutlich aufgedeckt.

Der offene Power-Dreier – BMW M3 DKG Cabrio

Mit einem Gewicht von üppigen 1.870 Kilogramm kämpft das M3 Cabrio in einer gänzlich anderen Liga als seine Brüder. Allein die Limousine fällt über 200 Kilogramm schlanker aus. Insofern relativiert sich die auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim absolvierte Rundenzeit wieder. 1.16,3 Minuten für den 2,6 Kilometer langen Kurs gehen für diese Gewichtsklasse und mit herkömmlichen Michelin Pilot Sport-Reifen im 19-Zoll-Format bestückt also absolut in Ordnung. Zumal sich das Cabrio direkt, ehrlich und Vertrauen erweckend umgänglich bewegen lässt. Dass der offene Power-Dreier durch das neue Doppelkupplungsgetriebe einige Zehntelsekunden gutmachen kann, wird bei der Zeitenhatz nicht offenkundig. Zwar erleichtert das Spiel an den Schaltwippen die Aufgabenstellung am Limit, zumal das Herunterschalten mit exakt vorgetragenen Zwischengasstößen garniert wird.

Fahrfreude ab 73.950 Euro

Fraglich bleibt nur, warum ein per se ohne Zugkraftunterbrechung schaltendes Doppelkupplungsgetriebe verschiedene Modi aufweist – womit im extremsten Fall sogar ein unharmonischer Schaltruck generiert wird. Auch der Aufpreis für die M DKG genannte Getriebeoption wird den einen oder anderen Cabrio-Kunden Grübeln lassen, investiert er doch bereits für die offenen Fahrfreuden einen Basispreis von 73.950 Euro. Die 3.800 Euro für das M DKG steigern allerdings nicht nur den Spieltrieb, wenn im manuellen Modus die Gangwechsel blitzartig vonstatten gehen. Schließlich steht auch der Automatik-Betrieb dem Cabriolet äußerst gut zu Gesicht. Wer sich entspannt treiben lassen will, seine Sinne den frühlingshaften Gerüchen zuwendet und unter Sonnenstrahlen den Genüssen der vorbeiziehenden Landschaft frönt, drückt den Wählheben auf D und lässt sich treiben.

Der Klang ein Leidwesen

Unterstützt von der Macht des gierigen Achtzylinders und unter Zuhilfenahme der automatisch sortierten sieben Gänge. Dabei zeichnet das M3 Cabriolet noch etwas aus, was bei Coupé und Limousine zum Leidwesen mancher Fetischisten unter der Decke bleibt – der Klang. Die offene Art des Reisens bringt der Besatzung die Machenschaften des fulminanten Achtzylinders direkt und nahezu filterlos näher. Weil vor allem das gierige Ansauggeräusch, das auf kürzestem Weg von der klaffenden Öffnung in der Motorhaube ins Innenohr sticht, verblasstes M3 CSL-Feeling mit sich bringt. Was angesichts des üppigen Gewichts zwar auch einen Widerspruch birgt – aber einen, der sehr begrüßenswert ist.

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Jochen  Übler

Autor:

SPORT AUTO, Heft 6 / 2008

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