Der allradgetriebene Irmscher-Opel Insignia faucht mit vergnügtem Turbo-Pfeifen und 300 PS auf den Spuren des OPC-Werksmodells. Wie weit der getunte Zweiliter-Reihenvierzylinder das serienmäßige 325-PS-Topmodell unter Druck setzen kann, verrät der erste winterliche Test.
"Opel fahr’n is wie wennze’ fliechst", "Das Leben ist hart - mein Opel ist härter" oder "Lieber Golf spielen als Golf fahren". Es sind die Heckscheiben-Sprüche der Disco-Parkplätze, die sich wie ein Brandzeichen im Gehirn festgesetzt haben. Die einen sticheln gegen die anderen. Und ewig grüßt die Tuning-Fehde - Opel gegen Volkswagen. Ab sofort gibt Tuner Irmscher der Rüsselsheimer Fangemeinde mit dem überarbeiteten Insignia neue Munition.
Opel Insignia-Verwandlung durch Tuner Irmscher
Klassische Tuningzutaten verleihen dem Zweiliter-Turbobenziner einen würzigeren Geschmack. Neben Eingriffen am Motormanagement drehten die Irmscher-Ingenieure gehörig an der Ladedruckschraube: Aus 0,9 wurden 1,5 bar. Der Reihenvierzylinder zischelt statt mit 220 nun mit 300 Pferdestärken. Frontspoilerlippe, Seitenschweller, Flügel und ein Heckschürzenansatz mit vierflutigem Nachschalldämpfer - der Irmscher-Insignia spielt den Verwandlungskünstler.

Opel Insignia · OPC · Irmscher · Tuning
Mit angespannten Muskeln mutiert das brave Vertreter-Fließheck zum kernigen Mittelklasse-Blitz. Tieferlegungsfedern senken den Fahrzeugschwerpunkt zusätzlich um 30 Millimeter ab. Sportliches Schuhwerk ist natürlich ebenfalls Tuning-Ehrensache: Im Sommer trägt der Insignia die hauseigenen 20-Zoll-Räder Turbo Star. Auch die Wintermode fällt keineswegs unsportlich aus. Mit 20 Zoll messenden Fünfspeichenrädern Evo Star und griffigen Pirelli Sottozero-Winterschlappen wühlt sich der Irmscher durch den Schnee.
Gewicht unter der 1,8-Tonnen-Grenze
Doch ein Trikot macht aus einem Fan noch lange keinen Profisportler. Ein Leichtathlet ist auch der Irmscher-Insignia nicht. Mit 1.786 kg bleibt er allerdings anders als die OPC-Limousine unter der 1,8-Tonnen-Grenze (Hier kommen Sie zum Einzeltest Opel Insignia OPC). Der leichtere Vierzylinder sorgt im Vergleich zum 325 PS starken V6 der Insignia-Speerspitze für eine bessere Gewichtsverteilung (55,9 zu 44,1 statt 58,1 zu 41,9 Prozent). So gerüstet bleibt der getrimmte Opel lange neutral, bevor er gutmütig ins Untersteuern übergeht. Zügige Einlenkmanöver quittiert der Irmscher mit agilen Heckschwenks. Für die sportliche Fahrwerksabstimmung ist neben kürzeren Federn mit strafferer Federkennlinie auch das bereits aus der Serie bekannte adaptive Dämpfersystem CDC verantwortlich.
Ein leichter Druck auf die Sporttaste - und nicht nur die Beleuchtung des Kombiinstruments wechselt blitzschnell von schüchternem Weiß in giftiges Rot. Auch die Dämpfer nehmen Haltung an und wedeln mit spürbar härterer Abstimmung durch die Kurven. Das Motto "Tief, breit, hart" gehört der Tuning-Vergangenheit an. Im Irmscher klappern die Passagiere nicht mit den Zähnen, das Setup ist moderat und alltagstauglich. Für ein besseres Traktionsniveau greift der Opel-Spezialist aus dem schwäbischen Remshalden auf den Zweiliter-Turbo mit Allradsystem samt elektronisch gesteuerter Haldex-Kupplung zurück. Beim Beschleunigen verteilt die variable Allradtechnik ein Großteil des Drehmoments an die Hinterachse.
Schneller als das Serien-Topmodell OPC
Aus dem Stand spurtet der getunte Insignia in 6,5 Sekunden auf Landstraßentempo. Damit dreht der Irmscher dem Werks-OPC die lange Tuner-Nase. Im Test war dieser trotz 25 PS Mehrleistung nicht schneller. Während der 2,8-Liter-V6 des OPC im unteren Drehzahlbereich etwas verhalten wirkt, lässt sich der heißgemachte Zweiliter-Turbo nicht lange bitten. Der Irmscher nimmt spontan das Gas an und dreht aus dem Keller gleichmäßig und ohne spürbare Turbo-Gedenksekunde hoch. Erst in höheren Drehzahlbereichen gewinnt der OPC wieder Oberwasser. Bei der 0-180-Prüfung verliert die Tuning-Version eine Sekunde auf den Seriensportler.
Auch wenn der 300-PS-Blitz sein sportliches Talent größtenteils im Schnee präsentiert, zeigt sich schnell, dass unter Schweller, Flügel und Co. eine interessante Alternative zum Insignia OPC steckt. Ob er auch ohne Brembo-Bremsanlage in Hockenheim auf den Spuren seines Werksbruders wandeln kann, bleibt abzuwarten. Wie beim Wolf-Ford Focus RS 360 liefern wir die Rundenzeit auf den Kleinen Kurs in Hockenheim des Irmscher-Opel Insignia ebenfalls nach.
| Basisdaten | |
|---|---|
| Marke | Irmscher |
| Modell | Insignia 2.0 Turbo |
| Baujahr | 01/2010 |
| Grundpreis | 36.075 Euro |
| Motor | Reihenmotor 4 Zylinder Abgasturbolader |
| Ventile | 4 pro Zylinder, dohc |
| Bohrung mal Hub | 86,0 x 86,0 mm |
| Hubraum | 1998 cm³ |
| Verdichtung | 9,3:1 |
| Leistung | 300 PS (220 kW) bei 4600 U/min |
| Drehmoment | 466 Nm bei 4400 U/min |
| Literleistung | 150 PS (110kW)/Liter Hubraum |
| Kraftübertragung | Allradantrieb |
| Getriebe | 6-Gang vollsynchronisiert |
| Gangübersetzungen | I. 3.92, II. 2.04, III. 1.37, IV. 1.05, V. 0.85, VI. 0.74, |
| Achsübersetzung | 3,76 |
| Fahrwerk | |
| Radaufhängung (vorn/hinten) | Einzelradaufhängung / Einzelradaufhängung |
|
Federung (vorn/hinten) |
mit McPherson-Federbeinen / mit Schraubenfedern, Stoßdämpfern |
| Stabilisatoren (vorn/hinten) | ja / ja |
| Bremsdurchmesser (vorn/hinten) | 321/315 mm |
| Reifenmarke | Pirelli P Zero |
| Reifen (vorn) | 245/35 ZR 20 |
| Felgengröße (vorn) | 8,5 J x 20 |
| Reifen (hinten) | 245/35 ZR 20 |
| Felgengröße (hinten) | 245/35 ZR 20 |
| SPAX | |
| sport auto-Index | 6,2 |
Ist der Opel Insignia OPC eine reizvolle Alternative in der sportlichen Mittelklasse?
EINFACH NUR LOL. Wie lange soll der Opel Motor denn halten? nen Monat? vorallem was soll die Max Leistung shcon bei 4600 Umdrehungen? Gehts noch? Zylinderkopfdichtung und Ventile lassen grüssen
Auweia! Is das schlecht... das ist schon fast ein fall von fremdschämen!
Das Auto ist einfach nur hässlich. Egal wie oft man es auf den Strassen sieht.
Da kann auch OPC und diverses Prolltuning nix ändern.
Opel ist einfach fürn Arsch
Tests und Fahrberichte
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