Erste Fahrt mit dem Aston Martin Rapide
Was der britische Panamera-Konkurrent bietet
Mit wunderschöner Silhouette und fesselndem Zwölfzylinder-Sound will der Aston Martin Rapide die Wahl zum König unter den Sportlimousinen für sich entscheiden. Ob die Krönung des britischen Viersitzers mit 477 PS gelingen könnte, verrät der erste Fahrbericht.
Entspannt, locker und sympathisch. Nein, es ist nicht nur sein Auftritt - keine hochglanzpolierten Budapester Schuhe und kein faltenfreier Nadelstreifen-Anzug mit Einstecktuch. Er trägt Sneakers, Polohemd und Blazer. Es ist nicht die typische Manager-Art, wie er sein Produkt präsentiert. Eher wie ein Schuljunge, der gerade mit verschmitztem Lächeln von seinem Lieblingsspielzeug erzählt. 22 Jahre nachdem der Porsche-Entwicklungschef Bez den nie in Serie gegangenen viersitzigen Porsche 989 vorgestellt hat, präsentiert der heutige Aston Martin-CEO Bez nun den Rapide. Einen Sportwagen mit vier Sitzen. Die Vision von Dr. Ulrich Bez ist endlich Realität. Power, Beauty and Soul - die typischen Markenwerte sind auch dem Aston Martin Rapide maßgenau auf den Leib geschneidert worden.
Kleine, aber feine Details
Power: Unter der langgezogenen Motorhaube sitzt weit hinten der aus dem DB9 bekannte 60-Grad-V12 mit 477 PS und bis zu 600 Newtonmeter maximalem Drehmoment. Damit soll der 1.950 Kilogramm schwere Rapide in 5,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Aston Martin mit 303 km/h an. Beauty: Die graziöse Linie des britischen Viersitzers stammt aus der Feder von Aston-Designchef Marek Reichmann. Trotz 30 Zentimeter längerer Silhouette ist der Rapide nicht einfach nur ein auf der Streckbank gezogener DB9. Coupé-Fans jubilieren in Anbetracht der nach hinten abfallenden Linie. Und wie sieht sein Hinterteil aus? Ein zierlich, durchtrainierter Po im Vergleich zur pummeligen Heckpartie des Porsche Panamera. Soul: Schon der stylische Zündschlüssel im Zündholzschachtel-Format mit Kristallspitze verrät die elitäre Begegnung mit einem Aston - so auch im Rapide. Es sind die kleinen, aber feinen Details, die auch ihn zum Charakterdarsteller machen. Die wunderschönen Instrumente mit den gegenläufigen Zeigern streicheln das Auge des Fahrers liebevoll - wer hierzu noch Kombiinstrument sagt, ist ein Kulturbanause. Die Bang & Olufsen-Anlage verwandelt das mit Leder, Alcantara und Edelholz ausstaffierte Cockpit in einen Konzertsaal der Extraklasse - serienmäßig ab Werk versteht sich natürlich. Doch das stärkste Aphrodisiakum für Aston-Fans betört erst, nachdem der Designer-Schlüssel in den Schlitz der Mittelkonsole geglitten ist. Mit blechern-bellendem Auspuffgeräusch schiebt der Rapide an. "Obwohl er rund 200 Kilogramm schwerer als der DB9 ist, lässt sich der Rapide agil und einfach fahren", sagt Bez.Stimmt, die Körperfülle von zirka zwei Tonnen und die beiden Sitze im Fond sind schnell vergessen. Gefühlt bewegt man einen kompakten Sportwagen.

Das schmälert die Faszination Aston Martin nur minimal
Mit adaptiven Bilstein-Dämpfern und Sporttaste lässt sich das Fahrvergnügen im Aston Martin Rapide auf Knopfdruck nachwürzen. Dank Transaxle-Bauweise und einer Gewichtsverteilung von 51 zu 49 Prozent punktet der Gentleman-Sportler mit ordentlicher Traktion. Der Zwölfzylinder dreht mit sämiger Laufkultur hoch, die Lenkung arbeitet präzise, und im manuellen Modus darf der Fahrer mit feststehenden Schaltwippen die Fahrstufen der Sechsgang-Wandlerautomatik von ZF wechseln. Doch der Vergleich mit dem Panamera wird kommen, dafür fischt der in Graz bei Magna Steyr gebaute Rapide zu stark im Sport-Limo-Revier des Leipziger Porsche-Viersitzers. Dabei wird er es nicht leicht haben. Für den Grundpreis des Porsche Panamera Turbo von rund 135 000 Euro bekommt man gerade mal drei Viertel des Rapide. 180 000 Euro sind auch im Segment der Sportlimousinen eine happige Ansage. Mit 500 PS übertrifft der deutsche V8- Viersitzer mit Turbo-Direkteinspritzer seinen britischen Konkurrenten nicht nur um 23 PS, er wird ihn auch mit seinem Allradantrieb in puncto Traktion mächtig unter Druck setzen. Das Siebengang-PDK schaltet ebenfalls knackiger als der Aston-Wandler. Und auch der Preis für die Nutzraum- Wertung in der zweiten Reihe geht an die Weissacher Entwickler. Mit 432 Litern bietet der Porsche 115 Liter mehr Kofferraum-Volumen. Gleiches gilt für das Platzangebot im Panamera auf den hinteren Sitzen. Der distinguierte Brite lässt das Motto "form follows function" links liegen. Schon der Einstieg hinten erfordert Bewegungstalent. Der breite Mitteltunnel und die abfallende Dachlinie engen ein und machen Langstrecken höchstens für Grundschüler zum entspannten Erlebnis. Doch das schmälert die Faszination Aston Martin nur minimal - zu herrlich gurgelt der V12-Sauger und zu sehr umschmeicheln die feine Ausstattung und die elegante Linienführung. Mitte Mai wird der Rapide dem Panamera dann defintiv eins voraus haben: "Wie es bei uns mit allen neuen Modellen Tradition ist, werden wir auch den Rapide beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring einsetzen", verspricht Aston-Chef Bez, der auch wieder selbst in den Rennoverall schlüpfen wird. Wie am Anfang schon gesagt: Der etwas andere Typ Manager.
| Basisdaten | |
|---|---|
| Marke | Aston Martin |
| Modell | Rapide |
| Baujahr | 2010 |
| Grundpreis | 180.000 Euro |
| Motor | V-Motor 12 Zylinder |
| Ventile | 4 pro Zylinder, dohc |
| Bohrung mal Hub | 89,0 x 79,5 mm |
| Hubraum | 5935 cm³ |
| Verdichtung | 10,9:1 |
| Leistung | 477 PS (350 kW) bei 6000 U/min |
| Drehmoment | 600 Nm bei 5000 U/min |
| Literleistung | 80 PS (59kW)/Liter Hubraum |
| Kraftübertragung | Hinterradantrieb |
| Getriebe | 6-Gang automatisch |
| Fahrwerk | |
| Radaufhängung (vorn/hinten) | Einzelradaufhängung / Einzelradaufhängung |
|
Federung (vorn/hinten) |
mit Schraubenfedern, Stoßdämpfern / mit Schraubenfedern, Stoßdämpfern |
| Stabilisatoren (vorn/hinten) | ja / ja |
| Bremsdurchmesser (vorn/hinten) | 390/360 mm |
| Reifen (vorn) | 245/40 ZR 20 |
| Felgengröße (vorn) | 11 J x 20 |
| Reifen (hinten) | 295/35 ZR 20 |
| Felgengröße (hinten) | 11 J x 20 |
Welche viertürige Sportlimousinen gefällt Ihnen am Besten?
@tkr : für richtige Männer ist das nichts? Also quasi fahren Sie lieber einen häßlichen Panamera als einen schönen Aston Martin? Das nennt man maximal Homophob.
Ich sehe das genau anders herum, wenn Schwule Männer dieses Auto als gelungen ansehen, kann ich mich in meinem Geschmack nur bestätigt fühlen, das ist ein Prädikat, kein Mankel...
Und: Nur echte Männer haben kein Problem mit Schwulen, weil Homophobie ist eine Angst die darauf beruht, dass das eigene Geschlecht in der Nähe von Schwulen in Frage gestellt wird.
Männlichkeit definiert sich durch den Geist, nicht durch die Anzahl der Testosterone....
Ohne Sie damit angreifen zu wollen, ich stelle nur das offensichtliche fest, unabhängig von Ihrer Männlichkeit...
tkr, kann sein, dass du das so siehst. Ich selber weiß sehr wohl, dass beispielsweise der Panamera rein technisch das bessere Auto ist. Und auch jeder AMG läßt den Aston, wieder rein technisch, alt aussehen. Wenn ich aber das nötige Kleingeld hätte, würde ich sie für den Aston alle links liegen lassen. Warum? Weil der Aston erstens verdammt gut aussieht (in natura ist das Teil einfach der reinste Wahnsinn) und zweitens weil er gut genug ist. Nicht perfekt, aber gut genug! Es ist ein Auto, in welchem man einfach gerne gesehen werden will.
Zum Thema Gay car of the year: Stimmt, ein AM (DBS Volante) wurde tatsächlich auf Platz 1 gewählt. Schwule Zeitgenossen haben offensichtlich einen sehr guten Geschmack. Und der DBS Volante ist nun alles andere als "schwul" ;-)
Das Auto ist völlig überflüssig am Markt und wird wohl nur von Unwissenden gekauft. Normalerweise braucht ein "Schwuler" keine 4 Türen. Aston Martin ist ja nach neuesten Bericht von hier oder war es AMS wieder zur Premiummarke der Homos gewählt worden. Wenn ich mir das erste Bild ansehe, wo der Fahrer mit den Kopf an die Decke stößt wird deutlich, für richtige Männer mit Familie ist der Wagen nichts.
Im Vergleich zum Panamera muss den Porsche Zeichnern der genannte schon recht peinlich vorkommen.
Betrachtet man ihn von der Seite sieht man wie schlecht das Design ist.
Dagegen ist der Rapide einfach nur Traumhaft schoen und er sieht so aus wie man es erwartet: Ein in sich geschlossenes Kunstwerk.
Der Porsche wirkt einfach nur dahingeklatscht und ohne Liebe gemacht.
Tests und Fahrberichte
Nicht gleich durchdrehen - die passenden Sommerreifen und Winterreifen aller Hersteller finden Sie hier.

































