Mercedes CLK 63 AMG Black Series: Black und lecker

Der Mercedes CLK 63 AMG Black Series ist das zweite im Affalterbacher Performance Center zur Reife gelangte Sportmodell. Im Gegensatz zum SLK 55 Black Series verfügt das Coupé über eine gänzlich neu konstruierte Achskinematik.

Schwarz symbolisiert Macht, Stärke, Kraft. Ergo der Namenszusatz Black Series für die im AMG Performance Center geschärften Mercedes-Modelle. Nach dem SLK 55 AMG und pünktlich zum 40-jährigen Bestehen der 1976 von Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher gegründeten Sportdependance schicken die Affalterbacher mit dem CLK 63 AMG das zweite Black Series-Modell ins Rennen um die Käufergunst der sportlich orientierten Klientel.

Das Fahrzeug wurde komplett neu aufgebaut

Im Gegensatz zum im Rahmen der Umbauarbeiten vom Roadster zum Coupé mutierten Erstlingswerk der Kaderschmiede wurde der Unterbau des optisch wie technisch an das Formel 1-Safety Car angelehnten CLK komplett neu konstruiert. Der hinterradgetriebene Zweisitzer (die rückwärtige Sitzbank wurde, da unnötiger Ballast, eingespart) verfügt über neu entwickelte Federlenker, Radträger, Schub-, Sturz- und Zugstreben sowie eine modifizierte Elastokinematik. Dank einer vorn um 75, hinten um 66 Millimeter breiter gewordenen Spur tritt der CLK Black Series zudem deutlich stämmiger auf.

Der CLK Black Series ist klar sportlich ausgerichtet

Anders als die normalen AMG-Modelle, denen der Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit ins Lastenheft geschrieben steht, zielt der mit 1760 Kilogramm recht gewichtige CLK 63 Black Series bewusst auf die klar sportlich orientierte Kundschaft ab – Rennstreckenausflüge inbegriffen.

Da kommen der von 481 auf 507 PS leistungsgesteigerte 6,3- Liter-V8 und die um sechs Prozent kürzer ausgefallene Hinterachsübersetzung gerade recht. Die sieben Fahrstufen der AMG Speedshift 7G-Tronic können wahlweise manuell mittels Alu- Schaltpaddeln am Lenkrad angewählt oder automatisch sortiert werden. Bei der Annäherung an den dem flotten Treiben bei rund 7000 Touren Einhalt gebietenden Drehzahlbegrenzer mahnt lediglich eine rot aufleuchtende Anzeige im Zentraldisplay zum Handeln.

Das Coupé nimmt unverhohlen Anleihen im Motorsport

Optisch in Form einer neuen Frontschürze mit riesigen Kühlluftöffnungen und seitlichen Carbon-Auslässen, breit ausgestellten Kotflügeln, einer Heckschürze mit Diffusorfinnen und einem aus Sichtcarbon gefertigten Spoiler auf dem Kofferraumdeckel. Technisch durch die zitierten Fahrwerksmodifikationen, die minimal profilierten und mit 265 Millimeter breiten Laufflächen der insbesondere vorn auffallend üppig dimensionierten Sportpneus und eine Hochleistungsbremsanlage mit in Verbundtechnologie gefertigten, 360 Millimeter messenden, innenbelüfteten und gelochten Scheiben vorn.

Dass der Innenraum dem sportlichen Auftrag nicht nachstehen mag, versteht sich von selbst. Platz genommen wird wahlweise in Alcantara-bezogenen Rennschalen oder stark konturierten, mit Leder bezogenen Sportsitzen.

Lob verdienen das angenehm kleine, unten abgeflachte Sportlenkrad und der filigrane Alu-Wahlhebel in der Getriebekulisse. Dass das zentrale Kombi-Instrument über eine Racetimer-Funktion verfügt, die die schnellste auf abgesperrtem Terrain ermittelte Rundenzeit nebst Rundenlänge, Durchschnitts- und Höchstgeschwindigkeit speichert, wird vor allem Sportfahrer freuen.

Die Norschleife ruft

Im Alltag gefällt, dass der CLK 63 AMG Black Series, obwohl sehr viel konsequenter in Richtung Sport getrimmt, deutlich mehr Komfort bietet als das als Repräsentant des Performance Centers im Schnelldurchgang auf die Räder gestellte SLK 55 AMG Topmodell. Schlaglöcher müssen schon ordentlich dick daherkommen, um die Insassen nachhaltig zu erschüttern. Trotz der rundweg alltagstauglichen Abstimmung des Sportfahrwerks hinterließ der starke 63er auch auf der ersten Rennstreckenpirsch in Willow Springs einen ausgezeichneten Eindruck. Grundsätzlich neutral mit der Möglichkeit des Power-Oversteerings und einem sehr direkten Einlenkverhalten gesegnet, lässt der kleine Schwarze die ihm von seinen Entwicklern zugetraute Nordschleifenzeit von unter acht Minuten realistisch erscheinen.

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