Mit V8-Motor, 423 PS und Achtstufen-Sportautomatik tritt der neue Lexus IS F ab März 2008 gegen die Sportlimousinen-Konkurrenz an.
Gegen die Sportdependancen von Audi, BMW und Mercedes war mit dem bisherigen Topmodell IS 250 mit 208 PS natürlich kein Blumentopf zu gewinnen. Höchste Zeit also für Toyotas Nobelmarke Lexus, selbst endlich einmal ein wirklich heißes Eisen zu schmieden. Ab März 2008 ist daher der Lexus IS F erhältlich.
Dabei ergaben sich die technischen Vorgaben für den IS F im Hinblick auf die starken Mitbewerber der Mittelklasse fast von selbst - acht Zylinder, mehr als vier Liter Hubraum und mindestens 400 PS. Das Kürzel "F" steht für Fuji Speedway, der am Fuße des gleichnamigen Berges gelegenen Rennstrecke, die von Toyota als Teststrecke genutzt wird. Motorseitig kommt der vom großen Bruder LS 600h bekannte V8 mit 4.969 cm³ zum Einsatz, der für die sportlichen Belange allerdings grundlegend überarbeitet wurde.
Kerniges V8-Hämmern bis 6.800 U/min
Im Fahrbetrieb gefällt zunächst die für einen Lexus untypisch prägnante Akustik. Im unteren Drehzahlbereich dezent, wandelt sich der Klang in kerniges V8-Hämmern, während der Vierventiler munter die Drehzahlleiter erklimmt. Der Begrenzer wird bei vergleichsweise moderaten 6.800 Umdrehungen aktiv.
Für die Kraftübertragung zeichnet die aus dem LS 460 bekannte Achtstufen- Automatik verantwortlich, an die jedoch konsequenter Hand angelegt wurde, um der Bezeichnung Direct-Shift Sportgetriebe (DSS) gerecht zu werden. Nur im ersten Gang ist der Drehmomentwandler hier noch aktiv. Von der zweiten bis zur achten Stufe sorgt der direkte Durchtrieb für mehr Spontaneität. Aus sportlicher Sicht ist die Gesamtübersetzung etwas zu lang geraten. Da aber acht Fahrstufen zur Verfügung stehen, lassen sich die letzten beiden getrost als Schongänge für den Alltag nutzen.
Das bei Lexus VDIM (Vehicle Dynamics Integrated Management) genannte Stabilitätsprogramm bietet einen neuartigen Sportmodus, der nicht jeden Ansatz von Spaß gleich im Keim erstickt. Zu Gunsten eines gänzlich ungefilterten Fahrerlebnisses lässt sich die Elektronik auch komplett deaktivieren. Selbst dann verhält sich der hinterradgetriebene Viertürer im Grenzbereich gutmütig und bleibt jederzeit problemlos zu beherrschen.
Das Fahrwerk ist für gelegentliche Ausflüge auf die Rennstrecke straff genug ausgelegt, die Brembo-Bremse verrichtet verlässlich ihren Dienst. Wünschenswert wäre allerdings eine Differenzialsperre, da das offerierte Drehmoment bei abgeschalteter Elektronik am Kurvenausgang dazu neigt, in Rauch aufzugehen. So oder so ist dem Aufeinandertreffen des Lexus IS F mit der sportlich orientierten europäischen Konkurrenz im Frühjahr 2008 mit Spannung entgegenzusehen.

Autor: Uwe Sener
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