Tradition verpflichtet. Besonders bei einem englischem Unternehmen, das sich seit 1914 mit dem Bau von luxuriösen Sportwagen beschäftigt. Darum war es nur eine Frage der Zeit, bis eine offene Variante des DBS mit dem Namenszusatz Volante - wie bei allen offenen Aston Martin-Fahrzeugen - als 16. Cabrio in der Firmengeschichte die beeindruckende Ahnengalerie fortführt.
Silhouette gleicht dem Coupé
Im stilvollen Auftritt unterscheidet sich das neue Stoffdachmodell nicht wesentlich vom geschlossenen Pendant. Selbst die elegante Silhouette wurde dem Coupé nachempfunden. Auf Knopfdruck öffnet sich das Verdeck bis zu einer Geschwindigkeit von 48 km/h. Binnen 14 Sekunden gleitet das Dach vollautomatisch zurück und verschwindet unter einer Abdeckung hinter den Rücksitzschalen. Nur zwei sanft geschwungene Höcker bleiben stehen.
Weitere Modifikationen gegenüber dem Coupé beschränken sich auf das Chassis. Zusätzliche Bodenplatten und Streben im Aluminium-Spaceframe erhöhen die Stabilität. Laut Chefingenieur Dave Doody soll der DBS Volante dadurch rund 25 Prozent steifer sein als der offene DB9, auf dem er basiert. Allerdings fordert die hohe Verwindungssteifigkeit ihr Tribut mit 115 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber dem Coupé. Um das Gesamtgewicht von 1.810 Kilogramm überhaupt zu erreichen, speckt der offene DBS an anderer Stelle ab. Motorhaube, Kofferraumdeckel, Diffusor und Frontflügel sind aus Kohlefaser. Auch die serienmäßigen Karbon-Keramik-Bremsscheiben sparen 12,5 Kilogramm Gewicht gegenüber einer herkömmlichen Bremsanlage.
517 PS treiben das Cabrio über die 300 km/h-Marke
In Kombination mit dem Sechsliteraggregat aus dem geschlossenen DBS steht einem Ausflug auf die Rennstrecke also nichts im Weg. Wo sonst kann sich das Leistungsangebot von 517 PS frei entfalten? Dem Coupé wurde das Vergnügen bereits im Supertest (1/2009) zuteil. Beim Sprint auf Tempo 100 macht der Hersteller keinen Unterschied zwischen den DBS-Varianten. 4,3 Sekunden werden für diese Disziplin genannt. Erst bei 305 km/h soll sich das Ende des immensen Vortriebs einstellen, der die Insassen tief in die bequemen Ledersitze presst - kein Wunder bei maximal 570 Nm Drehmoment.
Die englische Mischung aus Sportlichkeit und Eleganz spiegelt sich im luxuriös gestalteten Innenraum wieder. Nur die Anordnung einiger Schalter ist gewöhnungsbedürftig. Darüber hinaus kann für großgewachsene Insassen die eigene Körpergröße hinderlich sein, wenn es gilt, noch unterhalb des Fensterrahmens hindurchzublicken. So oder so leidet die Frisur - wahlweise unter dem geschlossenen Verdeck oder im Fahrtwind.
Die Zwölf Zylinder musizieren um die Wette
Wird das Triebwerk gezündet, sind solche Nebensächlichkeiten vergessen. Bereits bei Leerlaufdrehzahl brabbelt der Zwölfender leise vor sich hin. Mit sanftem Gasfuß kann das 4,70 Meter lange Gefährt auch ohne Fanfaren über den Asphalt gleiten. Doch wehe das Alupedal berührt das Bodenblech oder die 4.000/min-Marke wird durchbrochen. Dann zündet das Klangfeuerwerk. Die Klappen schalten auf Durchzug. Die zwölf Zylinder musizieren um die Wette. Als Regulierung dient ein manuelles Sechsganggetriebe oder die optionale Sechsgangautomatik. Letztere lässt sich auch mittels Lenkradpaddeln bevormunden.
Um den dynamischen Charakter herauszukehren und den Biss des Motors schärfer zu machen, bietet sich der Sportmodus an. Für mehr fahrdynamische Freiheit lässt sich die Traktionskontrolle reduzieren oder ganz abschalten. Bei sportlicher Fahrweise mangelt es der Lenkung allerdings an Direktheit. Dafür garantiert die Servounterstützung, dass sich der 2+2-Sitzer ohne große Mühe in enge Parklücken bugsieren lässt.
Das Topmodell ist gefragt bei den Kunden
James Bond-Image, Stilgefühl und Sportlichkeit machen den stärksten Serien-Aston zu einem gefragten Modell. "2008 wurden von den geplanten 500 Exemplaren des DBS Coupés gleich doppelt so viele verkauft", bestätigt Firmenchef Dr. Ulrich Bez. Diesen Erfolg soll das rund 14.000 Euro teurere Cabrio fortsetzen.







