Die schlechte Nachricht dabei: Das Kaiserslauterer Autohaus Beilfuß hat den Chefwagen bereits für 25.990 Euro verkauft. Und die gute Nachricht: Für dieses Geld lässt sich ein drei Jahre alter, aber neuwertiger Leon V6 mit Vollausstattung, HGP-Turboanlage, einem maximalen Drehmoment von rund 500 Newtonmeter, 292 km/h gemessener Höchstgeschwindigkeit, Gewindefahrwerk und flammneuer Brembo-Bremsanlage schießen.
Dabei bewegt sich der Seat erstaunlich kultiviert, würde vermutlich auch vor dem Waldorf-Kindergarten nicht weiter auffallen, brüllt seine Insassen nicht an und bewegt sich mit erstaunlicher Konzilianz über Bodenwellen. Understatement kann ein Wert an sich sein.
Raucherauto mit Dampf
Und einen Saab 9-5 2.3 Aero Kombi mit 305 PS hat auf den linken Spuren dieses Landes keiner auf der Rechnung. Nicht einmal die typischen Käufer gebrauchter Saab. Deshalb parkt er auch - dreieinhalb Jahre alt, 56.000 Kilometer, Neupreis 62.000 Euro - für 27.350 Euro auf dem Hof des Frankfurter Saab-Zentrums.
Neben einer Chiptuning-Behandlung des Saab-Hausveredlers Hirsch hebt er sich mit einem Sportfahrwerk, 18-Zöllern und einer Hirsch-Auspuffanlage von den Basistypen ab. Nur die Gebrauchtwagengarantie ist gleich und umfangreich.
Flotter Schweden-Kombi
Drei Dinge sind es, die der Saab über seine Vorgeschichte verrät: Sein bisher einziger Besitzer war ein Frankfurter Rechtsanwalt, der die Inspektionstermine penibel eingehalten hat und den Qualm mehr im Auto als draußen liebte. Sehr viel geraucht muss er in seinem Sportkombi haben, das zeigt der Geruch.
Wüst geheizt ist er dagegen wohl nicht, das lässt die Probefahrt spüren: Zum Gegenwert eines Golf gibt es das jugendliche Fahrverhalten eines Jahreswagens und Fassungslosigkeit auf Autobahn. Der schwedische Gutmenschen-Kombi geht nämlich wirklich gut, in 6,6 Sekunden auf 100 und 250 km/h Spitze.
Fast ebenso schnell hätte der Hausbanker wohl die Finanzierung abgesegnet. Für so vernünftig hätte er seinen autoverrückten Kunden nicht gehalten.



