Historie der Mercedes-Benz Autos: Modell-Überblick der Sternenflotte

Mercedes hat nach den frühen Errungenschaften der beiden Auto-Pioniere Gottlieb Daimler und Karl Benz auch in der Nachkriegsära zahlreiche Meilensteine des Automobilbaus auf die Straße gebracht.

Namen wie Pagode, Strich-Achter, Gullwing, Pullmann oder Chrombenz lassen die Herzen der Autoenthusiasten auf der ganzen Welt höher schlagen. Doch angefangen hat alles im Jahr 1886, als die erste Motorkutsche von Gottlieb Daimler in Cannstatt im Königreich Württemberg und der Patent-Motorwagen von Karl Benz in Mannheim im Großherzogtum Baden präsentiert wurden.

Aus Kutschen wurden stattliche Automobile, die seit 1902 die geschützte Wortmarke Mercedes tragen. Hinzu bekamen alle Daimler-Personenwagen ab 1909 den Mercedes-Dreizackstern auf die Haube gesetzt, der seit 1921 als Stern im Ring die Kühler sämtlicher Mercedes-Fahrzeuge ziert.

Daimler-Benz entsteht

Nach dem ersten Weltkrieg kam es zum Zusammenschluss der beiden Gründer-Unternehmen Daimler-Motoren-Gesellschaft und Benz & Cie. Das neue Unternehmen erhielt den Namen "Daimler-Benz Aktiengesellschaft" mit Sitz in Stuttgart-Untertürkheim. Seither tragen alle gemeinsamen Produkte den Markennamen Mercedes-Benz. Rund siebzig Jahre später kam es mit der Fusion von Daimler und Chrysler zu einem weiteren Zusammenschluss, der allerdings nur neun Jahre später, im August 2007, wieder offiziell aufgelöst wurde. Die Eigenständigkeit der Marke "Mercedes-Benz" blieb jedoch stets unangetastet.

Daimler-Benz-Ingenieur Hans Scherenberg brachte die Benzineinspritzung in den Fünfzigern zur Serienreife. Der legendäre 300 SL, 1954 präsentiert, hatte als weltweit erster Serien-Pkw einen Viertaktmotor mit Benzineinspritzung unter der Haube. Das Flügeltüren-Coupé mit dem unverwechselbaren Design brachte es dank des 215 PS starken Sechszylinders auf Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 260 km/h.

Sportlich, aber sicher

Ein weiterer wichtiger Meilenstein der Mercedes-Entwicklung folgte im Jahr 1963: Der 230 SL, auch "Pagode" genannt wegen der Dachlinie des zusätzlich zum serienmäßigen Roadsterverdeck lieferbaren Hardtops, war der weltweit erste Sportwagen mit steifer Fahrgastzelle und Knautschzonen an Bug und Heck. Zur Schnelligkeit der sportlichen SL-Baureihe fanden nun auch immer mehr Sicherheitsaspekte Einzug in die Modellpalette. Als Sonderausstattung waren Automatikgetriebe und Servolenkung lieferbar - für eingefleischte Sportwagen-Enthusiasten war dies mehr als gewöhnungsbedürftig. Bis 1968 wandelte sich der "Pagoden"-SL über den 250 SL zum 280 SL, der bis 1971 gebaut wurde.

Ein Offroad-Meilenstein entsteht

1974 wurde der erste Prototyp des beliebten Offroad-Klassikers G-Modell erprobt. Fünf Jahre später erfolgte dann der Produktionsstart mit den Modellen 230 G, 240 GD, 280 GE und 300 GD. Die Leistungspalette reichte von 72 bis 150 PS. Bei der Bestellung konnte zwischen zwei Radständen und fünf Aufbauvarianten gewählt werden. Das Erfolgsmodell wird auch 30 Jahre nach seiner Einführung weitergebaut.

Erfolgsmodelle der neuen Mittelklasse

Ende 1982 brachte Daimler-Benz eine völlig neue Modellreihe auf den Markt: den "190er". Der Vorläufer der späteren C-Klasse kam zunächst mit zwei Benzinern und ein Jahr später auch als 190 D mit neuem Zweiliter-Diesel und 75 PS auf den Markt. Zwei Jahre später kommen in der neuen Mercedes-Mittelklasse außerdem auch ein 2,5-Liter-Fünfzylinder mit 90-PS und ein Dreiliter-Sechszylinder mit 109 PS zum Einsatz. Mit Turbolader erreichen letztere 126 und 143 PS.

Seit 1986 gehört der geregelte Dreiwege-Kat zum serienmäßigen Mercedes-Angebot in Deutschland und Europa. Auch die Diesel-Motoren versucht Daimler immer weiter in puncto Abgasqualität und Partikelemission zu optimieren, was schließlich im Jahr 1997 zur Einführung der Common-Rail-Direkteinspritzung führt. Der C 220 CDI war der erste Diesel-Personenwagen eines deutschen Herstellers, der diese Technik an Bord hatte. Kurze Zeit später stand auch in der seit 1993 analog zur S- und C-Klasse eingeführten E-Klasse-Baureihe mit Vieraugengesicht ein solcher E 220 CDI im Programm. Zudem feierte im Jahr 2000 der traditionsreiche Typ E 200 Kompressor sein Debüt. Heute ist bereits die achte Generation der E-Klasse mit umfangreichem Sicherheitspaket auf dem Markt.

A-Klasse kippt um

A propos Sicherheit - nicht immer war die Mercedes-Historie von positiven Schlagzeilen geprägt: Am 11. November 1997 kam die ein Jahr zuvor lancierte Mercedes A-Klasse bei dem Elchtest der schwedischen Zeitschrift "Teknikens Värld" ins Schlingern, was schließlich zum Umkippen führte und die kompakte Baureihe zunächst in ein schlechtes Licht rückte. Dennoch konnte auch der Elchtest der Erfolgsgeschichte des "Baby-Benz" in den Folgejahren nichts anhaben.

Eleganz, Luxus und noch mehr Sportlichkeit dank Leichtbauweise verkörpert seit 1999 das neue große Mercedes-Benz CL Coupé. Die aktuelle Generation des zweitürigen Oberklasse-Autos (W216) ist seit 2006 auf dem Markt. Doch die Mercedes-Coupé-Geschichte ist damit noch längst nicht am Ende: auf dem diesjährigen Genfer Automobilsalon feierte der Nachfolger der CLK-Baureihe, das neue E-Klasse-Coupé seine Weltpremiere.

Zukunftstechnologien

Zudem gab es in der Entwicklungsgeschichte des Stuttgarter Autobauers in jüngster Vergangenheit einen Generationswechsel bei den Vierzylinder-Dieseln: Im Herbst 2008 brachte Mercedes völlig neue CDI-Triebwerke mit 2,2 Liter Hubraum zum Einsatz. Ihr Clou ist die Doppelaufladung. Im Zuge des zunehmenden Umweltbewusstseins in der Autobranche und aufgrund des politischen Drucks zu CO2-Ausstoß und Flottenverbräuchen ist auch der englische Begriff Downsizing das angesagte Zauberwort im "Schwabenländle" - zu sehen in den Blue Efficiency-Modellen aktueller Baureihen.

Hinzu kommen alternative Technologien wie der Hybrid-Antrieb, der bereits in der Oberklasse-Limousine S-Klasse (S 400 Hybrid ) erprobt wird und reine Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge, die derzeit auf B-Klasse-Basis als Versuchsträger und in Studien zum Einsatz kommen.

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Ralf Bücheler

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