Porsche-Zukunft: Der geheime Modellfahrplan bis 2015

Impressionen Autosalon Paris 2010

Die Zukunft von Porsche wird noch spannender: Die Sportwagenschmiede plant bis 2015 jedes Jahr ein neues Modell auf den Markt zu bringen. Und manchmal sogar zwei. Dabei knüpfen die Zuffenhausener auch an ihre mehr als 60 Jahre alten Firmenhistorie an - und planen unter anderem eine Neuauflage des 356 Speedsters.

Werfen Sie einen Blick auf den geheimen Porsche-Modellfahrplan der kommenden fünf Jahre.

Porsche - die Marke ist Synonym für Luxus und Exklusivität, für deutsche Ingenieurskunst und Schnelligkeit. Der Name des Firmengründers steht weltweit für erlesene Sportwagen, allen voran für die Ikone 911.

Rund 75.000 Fahrzeuge haben die Zuffenhausener im Geschäftsjahr 2008/09 verkauft, 2007/2008 waren es sogar schon 99.000 - ein Allzeithoch. Und wenn es nach Martin Winterkorn geht, seines Zeichens VW-Konzernchef und Vorstandschef der Porsche SE, dann werden es in der Zukunft, spätestens 2013 rund 150.000 verkaufte Fahrzeuge - und im Jahr 2018 bereits 200.000. Ein ambitionierter Ziel-Katalog. Wie Winterkorn ihn zu erfüllen versucht, zeigt der interne Modellfahrplan.

Grünes Licht für den Porsche 918 Spyder hat der Aufsichtsrat schon Ende Juli gegeben. Der voraussichtliche Marktstart des Supersportwagens ist Ende 2013. Damit legen die Zuffenhausener einen legitimen Nachfolger des Carrera GT auf, der allerdings nur in Kleinserie für rund 500.000 Euro zu haben sein wird. Doch der neue Porsche-Chef Matthias Müller, der wohl schon Mitte September im Auftrag Winterkorns die Nachfolge von Michael Macht antritt, hat noch viel mehr Pfeile im neuen Köcher.

"Final Edition" des 997 kommt Ende 2010

Auf dem Pariser Automobilsalon 2010 hat Porsche quasi als Porsche 911 (997) "Final Edition" den 911 Speedster präsentiert - nach Aussagen des Sportwagenherstellers "eine Reinkarnation des puristischen 356er-Roadsters von 1953". Daneben verspricht der neue Porsche-Chef Michael Müller "rund 40 Auslaufmaßnahmen" für den im Absatz schwächelnden 911er, wie den eben den 911 Speedster und 911 GTS als Cabrio- und Coupe sowie weitere Sondermodelle und flankierende Marketingmaßnahmen. Im November 2011 dann kommt die komplett neue Generation der Ikone 911 (991) in den Handel, im März 2012 auch als Cabrio. Im Frühsommer 2012 startet die Neuauflage des Boxsters, Anfang 2013 folgt der neue Cayman.

Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Flaggschiff Panamera als Zweitürer - der dann die Rolle des legitimen Nachfolgers des Porsche 928 einnehmen würde. Frühester Markstart ist im Jahr 2014. Die Pläne für ein Panamera-Cabrio indes sind komplett vom Tisch, weil es Probleme mit der Karosseriesteifigkeit gegeben hätte.

Baby-Cayenne kommt voraussichtlich Ende 2014

Ein zusätzlicher Geländewagen, quasi der kleine Bruder des Cayenne, soll Ende 2014, spätestens Anfang 2015 debütieren. Im internen Entwicklungsplan wurde dieses Modell damit deutlich nach vorne gezogen. Grund: Die Sportwagenschmiede soll auf Volumen kommen. Wieviel Einheiten sie mit dem komplett neuen Modell - der fünften Baureihe - wohl machen wird? "Ein solcher Sub-Cayenne-SUV sollte eine jährliches Absatzpotenzial von rund 30.000 Einheiten in der Spitze haben", sagt Henner Lehne, Marktforscher bei IHS Automotive. Speziell in China gebe es einen zunehmenden Trend für Kompakte SUV, "der diese Prognose noch nach oben korrigieren könnte", so Lehne optimistisch.

Porsche-Zukunft sucht Anleihen an der Historie - wie beim 356 Speedster

Und 2015 ist - in Anlehnung an den historischen 356 Speedster - ein Mittelmotor- Roadster als Einstiegsmodell zu erwarten. Der interne Entwicklungscode für diesen exklusiven Kurvenflitzer lautet nach auto-motor-und-sport.de-Informationen PO374. "PO" steht dabei für Porsche, 374 ist der Entwicklungscode, den sich der kleine Roadster mit seinen Schwestermodellen bei Audi (AU374) und Volkswagen (VW 374) teilen wird.

Ein ambitionierter Zukunftsplan, den sich sich die Porsche- und VW-Konzern-Oberen da auferlegt haben! Essentiell wichtig wird dabei sein, in welcher Form die Integration von Porsche in den VW-Konzern erfolgt. Genauer gesagt: Porsche darf nicht einfach nur eine von zehn Marken im Portfolio des Konzerns werden, sondern muss klar zu DEM Spezialisten für Sportwagen aufgebaut werden - noch vor Audi oder Lamborghini. Und die Verdopplung des Absatzes muss behutsam angegangen werden, ohne in eine Rabattitis zu verfallen, damit Porsche nichts von seiner Exklusivität verliert. Sicher keine einfache Aufgabe.

Weitere Details zum kompletten Zukunftsplan und die Historie von Porsche finden Sie in unserer großen Fotoshow.

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Harald Hamprecht

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