Produktionsende: Mercedes-Benz SLR: Legenden-Finale mit dem Stirling Moss

Mercedes SLR Stirling Moss Z 199

Noch vor Weihnachten sollen die letzten Exemplare des Stirling Moss-Sondermodells die McLaren-Werkshallen im britischen Woking verlassen. Insgesamt wurden seit 2004 rund 2.000 Mercedes SLR als Roadster und Coupé in Handarbeit montiert.

Eines ist klar: Der Mercedes SLR gehört schon jetzt zu den exklusivsten Sammlermodellen. Besonders begehrt dürfte auch das letzte Sondermodell Stirling Moss sein, das nur 75 Mal gebaut wird - zu einem Einstandspreis von 892.500 Euro.

Der erste Mercedes SLR: Das Uhlenhaut-Coupé

Mit dieser letzten Auflage, dem SLR Stirling Moss, führte Mercedes im Frühjahr 2009 zwei Legenden zusammen. Mit Stirling Moss einen der bekanntesten Rennfahrer, der 2009 seinen 80. Geburtstag feierte, und den Mercedes 300 SLR von 1955, der zum ersten Mal die Buchstabenkombination trug, die seit 1955 für aufgestellte Nackenhaare bei Rennsportfans sorgt - SLR, die Abkürzung für schnell, leicht und Rennsport, ist eine perfekte Produktbezeichnung für die Wagen, die mit ihr geadelt wurden. Der Einsatz besonders leichter Werkstoffe - zunächst Leichtmetall, später durch kohlefaserverstärkten Kunststoff ergänzt - wurde das Gewicht gegenüber der Serienversion merklich reduziert und damit siegfähige Rennwagen gebaut.

Der erste SLR ist das Uhlenhaut-Coupé von 1955, das Rennsporttechnik auf öffentliche Straßen brachte. Rudolf Uhlenhaut, der damalige Versuchschef und Leiter der Rennwagen-Abteilung kombinierte zwei Extreme zu einem neuen Traumwagen. Der Flügeltürer-SL war bereits ein Jahr auf dem Markt und dessen Rennsportvariante 300 SLR hatte die Konkurrenz bei Motorsportveranstaltungen deklassiert.

Hinter dem Steuer des 300 SLR nahmen Rennfahrer wie Juan Manuel Fangio, Karl Kling oder eben der Brite Stirling Moss Platz, der 1955 gemeinsam mit Dennis Jenkins die Mille Miglia mit neuer Rekordzeit gewann. Uhlenhaut brachte das Rennsportgefühl mit der Straßenversion des Rennwagens auf die Straße.

2004 lebt der SLR-Mythos wieder auf

Zu Beginn des Jahrtausends entschließt sich Mercedes, den Mythos SLR wieder aufleben zu lassen. Die Kunden können ab 2004 Formel 1-Technik für die Straße kaufen. Bei dem Partner McLaren entstehen in Kleinserie die Modelle der SLR-Familie. Monocoque, verschwenderischer Einsatz von Kohlefaser und die Cash Cone-Konstruktion sind aus der höchsten Rennsportserie bekannt und sorgen für niedriges Gewicht bei hoher Steifigkeit. Dass man diesen Aufwand auch fürstlich entlohnen muss wird Gewissheit, als Mercedes den Verkaufspreis von rund 452.200 Euro bekannt gibt.

Rund 3.500 Exemplare sollen zunächst gebaut werden. Und obwohl in fünf Jahren nur rund 2.000 SLR entstehen, gehört der Mercedes SLR zu den meistverkauften Supersportwagen. Kurz nach Produktionsstart vermeldet Mercedes, dass es keine Probleme mit dem Absatz gibt und Käufer sich auf eine Wartezeit von bis zu drei Jahren einstellen müssen.

Dafür bekommt der exklusive Kundenkreis - vornehmlich aus den USA, Deutschland und dem Mittleren Osten - ein Auto mit 626 PS. Bei den Sondermodellen 722 und Stirling Moss wird die Leistung nochmals auf 650 PS gesteigert. Der von einem Kompressor aufgeladene 5,5-Liter-V8 wurde bei AMG entwickelt und beschleunigt den Wagen auf bis zu 350 km/h. Nach nur 3,5 Sekunden sind 100 km/h erreicht. Der SLR 722 wurde als Roadster und Coupé jeweils 150 Mal gebaut und erinnerte an die Startnummer 722, mit der Stirling Moss bei der Mille Miglia 1955 den Sieg holte.

Der Club der Millionäre: SLR-Club

Mit seinem Straßenrennwagen erwirbt ein SLR-Käufer die Mitgliedschaft in dem exklusiven SLR.Club. Mercedes nennt die Mitglieder Gentlemen Driver und bietet ihnen Fahrveranstaltungen auf Rennstrecken, die Teilnahme an der Mille Miglia und Ausfahrten an. So soll der SLR-Geist weiter gepflegt werden. Schon jetzt bekommt der Mercedes SLR den Status eines Klassikers.

Wer keinen SLR ergattern konnte, hat ab 2010 die Möglichkeit, die Neuauflage des Über-Mercedes zu kaufen. Der neue, 571 PS starke Mercedes SLS ist der erste Flügeltürer seit dem 300 SL und mit einem Preis ab 177.310 Euro im Vergleich zum SLR geradezu ein Sonderangebot.

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Kai Klauder

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