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sport auto-Zeitschrift 08-2010

Ruf RGT-8 auf Porsche-Basis mit Achtzylinder-Motor

Der Über-911er mit V8-Triebwerk im Heck

Die Automobilmanufaktur RUF ist bekannt für sportliche Fahrzeuge auf Porsche-Basis. Mit dem RGT-8 läutet Firmenchef Alois Ruf eine neue Ära ein, die auf ein selbstentwickeltes Triebwerk aufbaut. Der kompakte Achtzylinder findet Platz im Heck des 911ers.


Bilder
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Foto: Ruf

Der Ruf RGT-8 leitet eine neue Motoren-Ära in der 911er-Reihe ein.

Der Ruf RGT-8 leitet eine neue Motoren-Ära in der 911er-Reihe ein.

Ohne viel Aufsehen hat der Allgäuer Fahrzeughersteller Ruf eine Sensation geschaffen, die selbst bei der Weltpremiere auf dem Genfer Autosalon nicht angemessen beachtet wurde. So stand der Porsche 918 Spyder mit V8-Triebwerk im Mittelpunkt des Interesses, während der ebenfalls mit Achtzylinder bestückte Ruf RGT-8 weit weniger Aufmerksamkeit bekam. Dabei ist die Ingenieursleistung nicht minder anspruchsvoll und das Ergebnis bereits im nächsten Jahr serienreif.

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Firmenchef Alois Ruf hat seinen Wunsch nach einem Elfer mit großem Motor realisiert. Dafür hat vor drei Jahren ein kleines Entwicklerteam begonnen, "vom weißen Blatt Papier" einen Achtzylindermotor zu entwickeln. Zu der Mannschaft gehörte der Motorenpapst Reinhard Könneker, der für Porsche und viele Motorsportklassen bereits Triebwerke entwickelt hat, sowie Harald Hobohm und Larissa Theisen.

Der 4,5-Liter-V8 im Ruf RGT-8 leistet 550 PS

Ziel war es, einen Motor zu bauen, der im 911er-Heck Platz findet und Alltagstauglichkeit mit Rennsporttechnik vereint. Das Ergebnis ist ein 90 Grad-V8-Motor mit 4,5 Liter Hubraum. Die Vierventiltechnik mit sphärischer Ventilanordnung und sequentieller Multipoint-Kraftstoffeinspritzung stellt eine saubere Verbrennung sicher, denn schließlich soll die Euro5-Norm eingehalten werden. Damit der kompakte Achtzylinder in das 911er-Heck passt, wurde eine 180°-Kurbelwelle (Flatcrank) verwendet und die Ölversorgung über Trockensumpfschmierung gesichert. Mit einem Gewicht von unter 200 Kilogramm soll der Achtzylinder rund 40 Kilo leichter sein als ein Boxermotor. Ohne Aufladung bringt es der Ruf-V8 auf 550 PS und 500 Newtonmeter.

Premiere feiert das Triebwerk im Ruf RGT-8, der auf der Karosserie des aktuellen 911ers basiert. Nur Bug, die vorderen Kotflügel sowie die Armaturen stammen vom Ruf CTR3 und sind auch optional als Stylingpaket für andere Modelle erhältlich. Zudem trohnt auf der neugestalteten Motorabdeckung der Heckflügel des Ruf Rt 12 (der Ruf Rt 12 im Supertest). Für passive Sicherheit sorgt ein in den Dachhimmel integrierter Überrollkäfig. Keramikbremsen und Cup-Reifen gehören ebenfalls zur Basisausstattung. Der RGT-8 hat ein Rennsportfahrwerk und rollt auf 19 Zoll-Leichtmetallrädern mit Zentralverschlüssen.


Ruf RGT bereits in der dritten Generation
 
Vor zehn Jahren präsentierte Ruf den ersten RGT auf Porsche 996-Basis. Er wurde mit einem 3,6 Liter-Motor auf der technischen Basis des GT3-Triebwerks mit dem Kurbelgehäuse der luftgekühlten 3,6 Liter-Motoren aufgebaut und leistete 385 PS. 2004 folgte die zweite RGT-Baureihe auf Basis des Porsche 997 und zeichnete sich durch verschraubte Composite-Kotflügelverbreiterungen aus. Als Antrieb diente ein 3,8 Liter-Saugmotor mit beachtlichen 445 PS.

Übersicht der sportlichen Neuheiten auf dem Genfer Autosalon 2010
Autor: Carsten Rose
Welcher Motor dürfte es für Sie sein?


Spieltkeinerolle Spieltkeinerolle » 22.06.2010, 00:51 Uhr  #10

@franky:
Ja, in Grenzen kann eine hecklastige Gewichtsverteilung Vorteile bieten, auch wenn sie die Hinterreifen malträtiert und das Fahrverhalten sehr heikel macht.

Aber: "Es gibt keinen Rennwagen mit 50/50 Gewichtsverteilung."???
Doch, die gibt es haufenweise, zumindest wenn man +/- 3% Abweichung zulässt. Was es NICHT gibt sind Rennwagen mit Heckmotor, außer in Form von diesen plattgedrückten VW-Käfern mit 6-Zylindermotor. Die sind nur deswegen konkurrenzfähig, weil seit fast 50 Jahren an ihnen herumgetüftelt wird und weil es sie zu zigzausenden gibt, sodass es zahlreiche Reglementanpassungen gibt, damit sich die Herrenfahrer nicht immer hinten anstellen müssen. Es gab immer auch deutlich schnellere Autos, allerdings hatten die weder Boxermotor noch Heckanordnung.

Ganz abgesehen davon, dass einen die "wir machen alles anders aber nichts wirklich besser" Philosophie von Porsche ziemlich an Citroen erinnert. Zündschloss links, unleserlich ineinandergeschachtelte Rundinstrumente etc.

freddydaimler freddydaimler » 31.03.2010, 16:02 Uhr  #9

Unglaublich. ich hab die RUF´s immerschon gemocht, der RT12 ist einfach nur ein unglaubliches Auto, so dezent (vgl. Techart) und trotzdem schneller als ein LP640. Und jetzt bekommt der 911 endlich das, was er verdient: genung Power und ein wirklich neues Motorenkonzept. Vielen dank Alois, sollte ich die Kolhe angespart haben, werde ich das Geld sicher in einen RGT-8 invistieren. Aber bitte in RUF Blau ;)

franky franky » 18.03.2010, 11:45 Uhr  #8

Kleine Korrektur noch, ein Boxer kann natürlich schon einen höheren Schwerpunkt zu Folge haben, wann man ihn dementsprechend höher einbaut. Was natürlich eher weniger Sinn macht. Wenn ich mich nicht irre, wurde das allerdings schon gemacht, damals beim Ferrari 12 Zyl Boxer?

franky franky » 18.03.2010, 11:43 Uhr  #7

Vielleicht unklar ausgedrückt von mir, man muss unterscheiden zwischen der Position des Schwerpunktes in Längsrichtung des Autos und in der Höhe (wenn man von der Seite auf das Auto guckt). Der letzte Satz bezog sich auf die Höhe, die bei einem V-Motor größer ist als bei einem Boxermotor. In dem Punkt ist ein Boxer immer besser als jeder andere Motor, egal bei welchem Auto und egal wo er eingebaut ist. Das andere war auf die Position des Motors in Längsrichtung bezogen, da jemand vorher geschrieben hatte durch den leichteren Motor würde die Gewichtsbalance super sein und außerdem, dass der Motorraum erweitert wurde zur Rückbank, was impliziert, dass er halt weiter vorne eingebaut ist, eher wie ein Heck/Mittelmotor. Da klang wieder der "Vorwurf" durch, dass der 911 eine veraltetes Konzept sei und Heckmotor schlecht etc. was man sogar auch oft und gerne von Journalisten hört :): Grüße!

GT3-Driver GT3-Driver » 18.03.2010, 00:28 Uhr  #6

Bis auf den letzten Satz war ja alles einleuchtend!

Doch würde ein V8 hinten, den schwerpunkt eben weiter nach hinten verlagern, was ja nach Ihrer schlüssigen Argumentation eine Verbesserung darstellen würde?!

PS:
Schönes Video

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