Jaguar Pläne im Motorsport: Erst Kompressormotor dann GT2-Coupé

Jaguar XKR RSR

Der britische Sportwagenhersteller Jaguar hat ein Fünfjahres-Plan im GT-Sport, der in zweui Jahren die Ablösung des XKR im Rennsport vorsieht.

2009 bestanden begründete Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Jaguar-Engagements im GT-Sport: Die an das ehemalige ChampCar-Team von Paul Gentilozzi delegierte Entwicklung des XKR-GT2-Modells für die ALMS sorgte bei der Präsentation in Road Atlanta im Oktober 2009 schon aus handwerklichen Gründen für spöttisches Grinsen.

Die Rundenzeiten beim Saisonfinale in Laguna Seca waren unterirdisch. Dann wurde noch bekannt, dass nicht etwa der Fünf-Liter-Aluminium-Motor aus dem Serien-Coupé zum Einsatz kam, sondern ein Ford-V8-Triebwerk aus dem Panoz Esperante.

Doch Teamchef Paul Gentilozzi versprach in Laguna Seca: "Warten Sie bis Sebring 2010 - dann werden Sie sehen, dass Jaguar als Marke voll hinter diesem Programm steht." Der Mann sollte Recht behalten.

Beim ersten Langstreckenrennen seit Le Mans 1993 präsentierte sich Jaguar in Sebring mit Hospitality-Zelten, schrillen Plakaten und Werbebroschüren. Das Rennauto ist übrigens immer noch fünf Sekunden pro Runde zu langsam und absolvierte im Rennen nur elf Umläufe, bevor man den XKRS mit Überhitzungsproblemen abstellen musste.

Dennoch räumte Marketing-Chef Connell O’Donnell Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Engagements von Jaguar aus: "Wir verfolgen einen Fünfjahres-Plan im GT-Sport. Im Zentrum steht in diesem Jahr unsere Rückkehr nach Le Mans. Wir haben noch viel Arbeit vor uns, aber das wissen wir", so O’Donnell.

Immerhin arbeitet nun ein echtes Jaguar-Triebwerk unter der langen Haube, was die mangelhafte Haltbarkeit in Sebring erklärt. Dort verlor das Team zwei Motoren - einmal wegen Überhitzung, zuvor durch eine gebrochene Kurbelwelle. Selbst wenn der Motor halten würde, stünde das Werksteam im Nirwana: Aufhängungsgeometrie und Aerodynamik entsprechen nicht dem Standard, weshalb kurzfristig der amerikanische Konstrukteur Bill Riley ins Boot geholt wurde, um die gröbsten Baustellen auszufegen.

Riley setzt fürs Erste auf Politik: "Wir haben eine um 12 Prozent größere Stirnfläche als die Corvette. Um das Manko zu kompensieren, bräuchten wir 35 PS mehr Leistung." Riley hofft auf neue Waiver vom ACO, denn das Team von Gentilozzi soll im Juni in Le Mans antreten. Wenn man sich dort so präsentiert wie in Sebring, könnte schnell die Luft aus dem Jaguar-Deal entweichen. Der ACO hat signalisiert, man wolle Jaguar entgegen den Bestimmungen des GT2-Reglements 2010 den Einsatz des serienmäßig im XKR verbauten Kompressormotors erlauben, allerdings mit reduziertem Hubraum. Der ausladende XKR ist übrigens nur ein Platzhalter im GT-Sport: In zwei Jahren präsentiert die im indischen Besitz befindliche Marke ein kompakteres Sport-Coupé, das den XKR im Rennsport ablösen soll.

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Marcus  Schurig

Autor:

SPORT AUTO, Heft 5 / 2010

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