Interview mit Peugeot-Technikdirektor Bruno Famin
Der ACO sollte keine Monster zulassen
Der Technikdirektor der Peugeot-Motorsportabteilung Bruno Famin äußert sich zum FIA Weltmotor, Hybridtechnik im LMP1-Reglement und die Schwungradtechnologie.
Was ist Peugeots Standpunkt zum Weltmotor der FIA?
Famin: Der ACO hat uns mitgeteilt, das Konzept könnte ab 2013 in Le Mans eingeführt werden.
Audi Sport-Motorenchef Ulrich Baretzky sagt, der Motor könnte schon 2011 in Le Mans eingesetzt werden?
Famin: Das Konzept des Weltmotors ändert sich wöchentlich. Also ist es angebracht, zu warten, bis der Entwurf vorliegt. Sonst verplempert man nur Zeit. 2011 wird der ACO die Hybridtechnik im LMP1-Reglement verankern. Ihre Meinung?
Famin: Wir arbeiten im Moment mit konventioneller Hybridtechnik, weil wir die auch im Straßenauto verwenden. Es macht keinen Sinn, eine Technologie im Rennsport einzusetzen, die wir dem Kunden auf der Straße nicht anbieten können. Wir glauben, dass der ACO bei der Abfassung des Reglements vorsichtig sein sollte, Der ACO sollte keine Monster zulassen. Das technische Reglement muss unbedingt die Kostensituation im Auge behalten. Wir wollen Hybridautos – aber zu vernünftigen Kosten.
Wäre die Schwungradtechnologie im Rennsport denn vorteilhaft?
Famin: Man muss zwei Aspekte bedenken: Wir sind dagegen, aus einem zweiradgetriebenen LMP einen allradgetriebenen LMP zu machen. Allradantrieb gehört nach Dakar, nicht nach Le Mans. Mit Allradantrieb kommen automatisch Regelsysteme wie ABS und ESP durch die Hintertür, und dann braucht man 20 Ingenieure, um das Auto zu betreuen. Das wollen wir nicht. Der zweite Aspekt ist die Schwungradtechnologie selbst. Wenn Porsche mit Flywheel-Technologie in der LMP1-Klasse antreten sollte, dann kann man davon ausgehen, dass sie das Thema Sicherheit im Griff haben. Ob das auch für andere Wettbewerber gilt, würde ich bezweifeln.
Werden sie also für 2011 auch auf Schwungradtechnik setzen?
Famin: Das wissen wir im Moment noch nicht. Wir würden uns wünschen, dass der ACO die Schwungradtechnologie für 2011 nicht zulässt, weil wir Probleme bei den Kosten und der Sicherheit sehen. Nur große Hersteller könnten zum Beispiel Crash-Tests mit solchen Technologien durchführen. Aber das ist alles sehr kompliziert – und je komplizierter die Dinge werden, umso teurer werden sie auch.
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Famin: Der ACO hat uns mitgeteilt, das Konzept könnte ab 2013 in Le Mans eingeführt werden.
Audi Sport-Motorenchef Ulrich Baretzky sagt, der Motor könnte schon 2011 in Le Mans eingesetzt werden?
Famin: Das Konzept des Weltmotors ändert sich wöchentlich. Also ist es angebracht, zu warten, bis der Entwurf vorliegt. Sonst verplempert man nur Zeit. 2011 wird der ACO die Hybridtechnik im LMP1-Reglement verankern. Ihre Meinung?
Famin: Wir arbeiten im Moment mit konventioneller Hybridtechnik, weil wir die auch im Straßenauto verwenden. Es macht keinen Sinn, eine Technologie im Rennsport einzusetzen, die wir dem Kunden auf der Straße nicht anbieten können. Wir glauben, dass der ACO bei der Abfassung des Reglements vorsichtig sein sollte, Der ACO sollte keine Monster zulassen. Das technische Reglement muss unbedingt die Kostensituation im Auge behalten. Wir wollen Hybridautos – aber zu vernünftigen Kosten.
Wäre die Schwungradtechnologie im Rennsport denn vorteilhaft?
Famin: Man muss zwei Aspekte bedenken: Wir sind dagegen, aus einem zweiradgetriebenen LMP einen allradgetriebenen LMP zu machen. Allradantrieb gehört nach Dakar, nicht nach Le Mans. Mit Allradantrieb kommen automatisch Regelsysteme wie ABS und ESP durch die Hintertür, und dann braucht man 20 Ingenieure, um das Auto zu betreuen. Das wollen wir nicht. Der zweite Aspekt ist die Schwungradtechnologie selbst. Wenn Porsche mit Flywheel-Technologie in der LMP1-Klasse antreten sollte, dann kann man davon ausgehen, dass sie das Thema Sicherheit im Griff haben. Ob das auch für andere Wettbewerber gilt, würde ich bezweifeln.
Werden sie also für 2011 auch auf Schwungradtechnik setzen?
Famin: Das wissen wir im Moment noch nicht. Wir würden uns wünschen, dass der ACO die Schwungradtechnologie für 2011 nicht zulässt, weil wir Probleme bei den Kosten und der Sicherheit sehen. Nur große Hersteller könnten zum Beispiel Crash-Tests mit solchen Technologien durchführen. Aber das ist alles sehr kompliziert – und je komplizierter die Dinge werden, umso teurer werden sie auch.
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