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sport auto-Zeitschrift 08-2010

Lamborghini Blancpain Super Trofeo: Die Gallardo-Rennversion im Tracktest

Wer nach einer ausgiebigen Spritztour im offenen Gallardo LP 560-4 Spyder davon überzeugt sein sollte, dass es nach dieser emotionalen Überwältigung keine Steigerung mehr geben kann, irrt. Hinterm Horizont geht‘s weiter, wie Udo Lindenberg weiland richtigerweise erkannt hat, und zwar in diesem Fall unter dem Namen Lamborghini Super Trofeo.


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Foto: Lamborghini

Die Rennversion entfernt sich nur sachte von der technischen Basis des LP 560-4.

Die Rennversion entfernt sich nur sachte von der technischen Basis des LP 560-4.

Nach dem Selbstverständnis der im vergangenen Jahr mit erfreulichen Zuwachszahlen aufwartenden Sportwagenschmiede aus dem norditalienischen St. Agata Bolognese handelt es sich bei dem auf Basis des LP 560-4 Coupés aufgebauten Rennwagen dieses Namens nicht nur um die Krönung des werksinternen Sportwagenbaus, sondern auch um das schlagkräftigste und schärfste Werkzeug, wenn es um den Kampf von Gleichen unter Gleichen geht.
 
Der schnellste Markenpokal der Welt

 
Die laut Hersteller selbstbewusst als der schnellste Markenpokal der Welt apostrophierte "Lamborghini Blancpain Super Trofeo" - so die volle Bezeichnung - hat sich ein sehr attraktives Umfeld für sein in der ersten Saison sechs Veranstaltungen umfassendes Rennprogramm ausgesucht: Vier Rennen finden im Rahmen der FIA GT statt, so in Silverstone (GB), auf dem Adria Speedway (I), in Spa Francorchamps (B), in Paul Ricard (F), weitere zwei am Norisring (D) und auf dem Circuit de Catalunya (E) im Rahmenprogramm der DTM.

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Gesamtfahrzeit fast auf Langstrecken-Niveau
 
Dem Starterfeld von 30 Autos steht ein strammes Rennprogramm bevor: Außer dem obligatorischen freien Training und einer halbstündigen Qualifikations-Session werden pro Wochenende drei Rennen à 40 Minuten ausgetragen. Das hebt die Gesamtfahrzeit fast auf Langstrecken-Niveau. Dem Fahrer ist es dabei freigestellt, das Pensum entweder allein oder mit einem zweiten Fahrer in Angriff zu nehmen. Pflichtboxenstopps von definierter Zeitdauer sorgen dabei für eine Nivellierung der Konkurrenzfähigkeit untereinander.
 
Für Waffengleichheit in Sachen Material ist laut Manfred Fitzgerald, Marketingchef und Sportkoordinator bei Lamborghini, gleichfalls gesorgt. Der bis auf Detailveränderungen serienmäßige Antriebstrang des Gallardo LP 560-4, bestehend aus Motor, Getriebe und Differenzial, bleibt über die komplette Saison verplombt. Die Einstellung des Fahrwerks ist weitgehend freigestellt, allerdings ist eine maximale Tieferlegung definiert, die vor jedem Umlauf kontrolliert wird.
 
Änderungen sind geringer, als es den Anschein hat
 
Die Änderungen an der Karosserie sind insgesamt geringer, als es den Anschein hat. Die Grundstruktur der Aluminiumkarosserie entspricht der Serie. Frontschürze, Unterboden und das neue Heckteil samt Diffusor und dem großen, verstellbaren Heckflügel sind originäre Errungenschaften der Trofeo-Rennversion. Die Gewichtsersparnis durch den Wegfall allen im Rennsport überflüssigen Tands wird mit rund 110 Kilogramm beziffert. So wird das Trockengewicht des Renners mit 1.300 Kilogramm angegeben, was im Verbund mit der gegenüber dem Serienmotor um zehn PS gestiegenen Leistung für ein sensationelles Leistungsgewicht von nominell 2,28 Kilogramm pro PS sorgt.
 
Trotz Seriennähe ein reinrassiger Rennwagen
 
Mit 570 PS im Rücken und von den segensreichen Parametern - relativ niedriges Gewicht und signifikanter Abtrieb - fahrdynamisch beflügelt, offenbart sich der Trofeo-Lambo trotz seiner doch starken Nähe zum Serienprodukt ganz offenkundig als ein von Kompromissen weitgehend befreiter, reinrassiger Rennwagen.


Einfacher, sicherer und unkomplizierter Rennbetrieb
 
Die nur sachte Entfernung von der technischen Basis des LP 560-4 mitsamt seines automatisierten e-gear-Getriebes ist nicht nur aus monetärer Sicht klug, wie der für einen Rennwagen dieses Kalibers noch moderate Preis von 238.000 Euro beweist, sondern auch in puncto Umgangsformen.
 
Sowohl die Beibehaltung des für diese Zwecke hinsichtlich der Fahrsicherheit segensreichen Allradantriebs als auch der bewusste Verzicht auf komplizierte Verfahrensweisen, etwa bei der Inbetriebnahme, sind Belege dafür, dass der Rennbetrieb insgesamt so einfach, sicher und unkompliziert wie möglich gestaltet werden soll.

Ob sich die anlässlich der ersten Testfahrt im italienischen Misano eingestellte Begeisterung über das professionell geknüpfte, enge Beziehungsgeflecht zwischen Basis-Sportler und Renngerät schließlich auch in begeisternde Resultate ummünzen lässt, werden letztlich die Rennen auf dem Norisring am 26. bis 28. Juni zeigen, an denen sport auto mit hochherrschaftlicher Unterstützung teilnehmen wird.

Autor: Horst von Saurma
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