Mercedes SLS AMG GT3 - Technik des Rennwagens

Angriff mit dem Kundensportmodell

Mercedes-Benz SLS AMG GT3 Flügeltürer

Mercedes schickt den scharfen SLS AMG GT3 ein halbes Jahrhundert nach den sportlichen Erfolgen des legendären 300 SL Flügeltürers ins Rennen um die Gunst der Motorsport-Kunden. Der Rennwagen tritt gegen die Konkurrenz von Audi, BMW und Porsche an.

Der Startschuss fiel im Herbst des vergangenen Jahres - der erste zumindest. Damals beschlossen die Verantwortlichen bei Mercedes AMG, es nicht bei dem mit Spannung erwarteten Straßen-SLS zu belassen, sondern dem mit Flügeltüren bewährten Zweisitzer auch ein veritables Rennmodell zur Seite zu stellen.

Mercedes SLS AMG als GT3-Konkurrent für Audi, BMW und Porsche

Die Konkurrenz war schnell ausgemacht: Der von der Affalterbacher Performance Car-Schmiede im engen Schulterschluss mit der für den DTM-Einsatz verantwortlichen HWA AG entwickelte Newcomer soll die GT3-Rennwagen von Audi, BMW und Porsche das Fürchten lehren. An jenen wird sich der hinterradgetriebene V8-Sportler auch in Bezug auf den Preis orientieren.

Ähnlich wie beim gemäß GT3-Reglement aufgebauten Audi R8 dürfte auch beim Renn-Mercedes SLS AMG die 3 am Anfang einer sechsstelligen Summe stehen. Bestellen können interessierte Kunden ab Herbst dieses Jahres, ausgeliefert werden soll rechtzeitig vor Beginn der Rennsaison 2011. Die FIA-Homologation wird im März kommenden Jahres abgeschlossen sein. Erst dann werden - so will es die Balance of Performance - auch die technischen Daten endgültig feststehen. Bis dahin wissen wir vor allem Folgendes: Der frei saugende 6,2-Liter-V8 mit Trockensumpfschmierung verbleibt weitgehend auf Serienstand, wird jedoch in Transaxle-Bauweise an ein sequenzielles Sechsgang-Renngetriebe gekoppelt. Die Gangwahl erfolgt mittels am halbrunden Lenkrad montierter Schaltpaddles.

FIA wird mit Sicherheit noch Änderungen am SLS AMG GT3 vornehmen lassen

Das an der Hinterachse montierte Getriebe ist mittels einer Torque Tube biege und drehmomentsteif mit dem Motor verbunden und verfügt über ein integriertes Lamellen-Sperrdifferenzial. Für adäquate Verzögerungswerte sorgt eine auf höchste Standfestigkeit und optimale Dosierbarkeit abzielende Bremsanlage in Verbundtechnologie. Deren Graugussscheiben sind radial und axial schwimmend über Edelstahl-Verbundelementen auf einem Aluminiumtopf fixiert. Exakt berechnete Kühlkanäle in Form von Öffnungen in der neu konzipierten Frontschürze und vor den Hinterrädern sollen thermischen Problemen vorbeugen. Das ABS erhält eine Rennabstimmung.

Die beim Serien-SLS optional erhältliche Keramikbremse harmoniert aufgrund der Scheibengröße nicht mit den vom FIA-Reglement vorgeschriebenen 18-Zoll-Rädern. Sie sind beim SLS GT3 vorn 12, hinten 13 Zoll breit und werden zentral verschlossen. Auch am hoch über dem in die Breite gegangenen Heck des Renners aufragenden Carbon-Flügel werden die Vorschriften des Automobil-Weltverbandes Spuren hinterlassen: Er ist derzeit noch mächtiger, als das Reglement erlaubt.

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