Seat Leon Supercopa: Markenpokal-Rennwagen von Seat im Tracktest

Seat Leon Supercopa

300 PS und Einheitstechnik versprechen spannende Duelle. Auch abseits der WTCC zeigt Seat mit dem Seat Leon Supercopa wie erfolgreicher Motorsport funktioniert. Beim Gaststart in Dijon-Prenois hat sport auto-Mitarbeiter Christian Gebhardt den Markenpokal unter die Lupe genommen.

Heiße Kurven und der Seat Leon Supercopa - für wahre Motorsportfans gehört das nicht erst seit des Gaststarts von Rennfahrer-Gattin Cora Schumacher 2006 zusammen. Seit 2004 bietet der Markenpokal im DTM-Rahmenprogramm packenden Motorsport. Einmal in das rund 25 Piloten umfassende Starterfeld hineingeschnuppert - und das Suchtpotential ist groß.

Seat Leon Supercopa: Reihenvierzylinder-Turbo mit 300 PS
 
Helm auf, Hosenträgergurte straff ziehen, los geht‘s. Kurz den roten Startknopf drücken, und der aus dem aktuellen Audi S3 stammende Zweiliter-Turbomotor erwacht grimmig brummelnd zum Leben. Dank des umprogrammierten Seriensteuergeräts sowie Entdrosselung der Ansaug- und Abgasseite (neues Aluminium-Saugrohr, modifizierte Abgasanlage mit Rennkatalysator) steigt die Leistung des Reihenvierzylinders von 265 PS auf 300 PS.
 
Klack, per mitdrehenden Schaltwippen wählt der Fahrer die Gänge selbst im größten Renngetümmel entspannt ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Für den Renneinsatz blocken die Ingenieure den Automatikmodus, und das Sechsgang-DSG hält auch bei Erreichen der Drehzahlgrenze von 6.800/min den Gang. Bereits bei 2.100 Kurbelwellenumdrehungen liegt das maximale Drehmoment von 340 Nm an. Ein nervöser Gasfuß und kalte Reifen? Bei dieser Kombi scharrt die vollgetankt rund 1.270 Kilo schwere Cup-Version wie ein spanischer Kampfstier vor dem letzten Gefecht.
 
Seat Leon Supercopa: Auch 2010 wieder DTM-Rahmenrennserie
 
Mit der richtigen Arbeitstemperatur (zirka 90 Grad Celsius) kleben die Yokohama-Slicks (230/65 R18 rundum) dann aber förmlich auf dem Asphalt, und die Leon-Rennversion überzeugt mit hohem Gripniveau. Selbst enge Ecken meistert der Seat dank des guten Fahrwerks (Eibach-Federn und Koni-Dämpfer mit zweifach verstellbarer Zug- und Druckstufe) und der perfekt funktionierenden, mechanischen Differenzialsperre fast neutral und mit kaum spürbarem Untersteuern.
 
67 900 Euro kostet die deutsch-spanische Rennsemmel. Dazu kommen nochmal rund 100.000 Euro Einsatzkosten für acht Saisonläufe mit jeweils zwei dreißigminütigen Rennen. „Verglichen mit anderen Markenpokal-Rennserien ist das ein gutes Angebot“, erklärt Seat-Motorsportleiter Oliver Schielein. Lust bekommen selbst ins Steuer zu greifen? Kein Problem, auch 2010 rollen die Cup-Renner im Rahmen der DTM wieder an den Start.
 
Seat Leon Supercopa: Prominente Gaststarter treffen auf Mister Markenpokal
 
Doch nicht nur spannende Duelle warten dann hier wieder auf die Zuschauer. Für die nötige Portion Glamour gehen im Supercopa regelmäßig auch prominente Gaststarter auf Zeitenjagd. Neben Ex-Skispringer Sven Hannawald griffen auch Ronny Ackermann (Nordischer Kombinierer) und Comedian Axel Stein ins Lenkrad. Zu den prominentesten Gastfahrern zählte neben Rod Gonzalez von „Die Ärzte“ aber vor allem Cora Schumacher. Die Ehefrau von Ex-Formel 1-Pilot und DTM-Fahrer Ralf Schumacher gab 2006 ein einmaliges Gastspiel auf dem Lausitzring.
 
Für richtig eingefleischte Motorsport-Fans ist jedoch ein Anderer der Star des Markencups. Nach 2005 und 2007 gewann Thomas Marschall auch 2009 den Titel und zeigte, dass er seinen Spitznamen "Mister Markenpokal" zu Recht trägt. Mit fünf Siegen war der 45-jährige Badener auch in dieser Saison wieder einmal der erfolgreichste Supercopa-Pilot. Bereits vor den beiden Abschlussrennen beim Saisonfinale in Hockenheim stand Marschall als Gesamtsieger fest.

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Christian Gebhardt

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