Tourenwagen-Weltmeisterschaft 2010: Seat: Der WM-Verbleib wird wahrscheinlich

WTTC Valencia (Spanien) 2009

Offiziell soll die Entscheidung über das Engagement von Seat Sport in der Tourenwagen-WM Mitte Januar verkündet werden. Doch die Anzeichen mehren sich, dass der amtierende TW-Weltmeister 2010 in der WM bleibt.

Die Gründe liegen auf der Hand: Die beiden gewonnenen Titel in der Fahrer- und Herstellerwertung könnten marketingtechnisch kaum genutzt werden, wenn Seat aussteigt. Gleichzeitig wollen die Spanier die WM-Bühne weiter für Marketingaktivitäten nutzen.

Doch Seat wurde auch hart von der Wirtschaftskrise gebeutelt, angeblich stehen für Januar Entlassungen in Spanien an. Der spanische Heimatmarkt ist stark eingebrochen. Darüberhinaus hat Seat von der Volkswagen-Gruppe klare Markengegner vorgesetzt bekommen: Seat soll gegen Peugeot und Citroën punkten – die beide nicht in der TW-WM fahren.

 

Trotzdem zeichnet sich ab, dass Seat in der WM bleibt und sich sogar als Hersteller einschreiben könnte. Allerdings sollen nur noch zwei TDI-Fahrzeuge am Start stehen, auch das Einsatzteam kommt von außen: Die Oreca-Mannschaft soll zwei Seat Leon TDI für den Weltmeister Gabriele Tarquini und einen weiteren Fahrer einsetzen, der die Unterstützung eines nationalen Importeurs aufweisen kann. Nach Lage der Dinge kann es sich dabei nur um Tiago Monteiro (Portugal) oder Tom Coronel (Holland) handeln. Gleichzeitig sollen externe Sponsoren das Programm unterfüttern.

Acht Rennautos und Ersatzteile für zwei Jahre vorhanden

An Fahrzeugen und Ersatzteilen herrscht kein Mangel: Seat Sport verfügt über acht Rennautos und Ersatzteile, um theoretisch zwei weitere Jahre in der WM zu bestreiten. Darüberhinaus soll ein Privatteam zwei Saugmotor-Seat einsetzen. Jordi Géne steht bei der Fahrerwahl ganz oben, auch Rickard Rydell macht sich Hoffnungen. Der Seat-Vorstand muss die neue, abgespeckte Sportstrategie freilich im Januar noch absegnen.

Mindestens ein japanischer Hersteller in der WM
 
Damit steigen die Chancen stark an, dass mindestens ein japanischer Hersteller auch in der WM antritt. Deshalb plant Lotti, für 2011 den japanischen WM-Lauf von Okayama nach Suzuka zu verlegen, um die Bettenkapazität und die Infrastruktur zu verbessern. Anwärter Nummer eins für einen WM-Einstieg 2011 ist Toyota, Subaru könnte erst Mitte 2011 einsteigen, weil die Präsentation des entsprechenden Straßenautos auf Ende 2010 verschoben wurde. Zudem würde Subaru am liebsten mit einem Boxermotor in der WM antreten, was keinesfalls geht.
 
Auch die Gespräche mit Ford sind weit fortgeschritten: Die Amerikaner wollen 2011 den neuen Mondeo homologieren – Oreca gilt als Favorit für den WM-Einsatz. Ford wünscht sich einen WM-Lauf in den USA. Laguna Seca und Homestead stehen zur Wahl.

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Marcus  Schurig

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