Tourenwagen-Weltmeisterschaft: TW-WM 2011 mit sechs Herstellern?

WTCC Tourenwagen Okayama

Der Promoter der Tourenwagen-WM, Marcello Lotti, ist zuversichtlich, dass mit Einführung von Turbomotoren 2011 bis zu sechs verschiedene Hersteller in der WM vertreten sein könnten.

Am Montag nach dem Rennen von Okayama trafen sich Lotti und FIA-Techniker Gabriele Cadringher mit Vertretern von Nissan, Subaru, Honda und Toyota in Tokio. "Es ist zunehmend wahrscheinlich, dass der japanische Motorsportverband 2011 eine japanische TW-Meisterschaft nach Super 2000-Reglement ausschreibt", so Lotti. Das bedeutet, dass die japanischen Hersteller Autos homologieren (Subaru den Impreza, Toyota eine zweitürige Limousine) und zweitens einen Vierzylinderturbomotor nach FIA-Norm bauen.

Motorsportausrichtung von BMW für 2011
 
Kniffliger gestaltet sich Frage nach der Motorsportausrichtung von BMW für 2011. Vier Optionen liegen vor: 1. Verbleib in der TW-WM, was aber den Bau eines Vierzylinder-Turbomotors voraussetzt. 2. Dieser Motor könnte auch in der Rallye-WM zum Einsatz kommen - in einem von Prodrive eingesetzten Mini WRC. 3. Das GT-Programm soll auf Wunsch der Marketingabteilung weitergeführt werden. 4. Seit über einem Jahr verhandelt BMW mit der ITR über einen Einstieg in die DTM. BMW und Audi favorisieren ein GT-basiertes Reglement, Mercedes will beim Prototypenreglement bleiben. Immerhin eine Richtungsentscheidung wurde bei BMW getroffen: Auf Druck der Kunden baut BMW einen GT3-Rennwagen auf Z4-Basis mit 4,4-Liter-V8. Damit hält sich BMW künftig alle Optionen offen: Auf Basis des neuen GT3-Rennwagens könnten wahlweise ein GT1-Auto für die GT-WM oder ein DTM-Auto entwickelt werden.

Mindestens ein japanischer Hersteller in der WM
 
Damit steigen die Chancen stark an, dass mindestens ein japanischer Hersteller auch in der WM antritt. Deshalb plant Lotti, für 2011 den japanischen WM-Lauf von Okayama nach Suzuka zu verlegen, um die Bettenkapazität und die Infrastruktur zu verbessern. Anwärter Nummer eins für einen WM-Einstieg 2011 ist Toyota, Subaru könnte erst Mitte 2011 einsteigen, weil die Präsentation des entsprechenden Straßenautos auf Ende 2010 verschoben wurde. Zudem würde Subaru am liebsten mit einem Boxermotor in der WM antreten, was keinesfalls geht.
 
Auch die Gespräche mit Ford sind weit fortgeschritten: Die Amerikaner wollen 2011 den neuen Mondeo homologieren – Oreca gilt als Favorit für den WM-Einsatz. Ford wünscht sich einen WM-Lauf in den USA. Laguna Seca und Homestead stehen zur Wahl.

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Marcus  Schurig

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