Ungariascher WM-Pilot Norbert Michelisz

Vom Spiele-Freak zum Rennfahrer in fünf Jahren

Norbert Michelisz

Der Ungar Norbert Michelisz schaffte den Sprung von einem nationalen Markenpokal in die TW-WM binnen fünf Jahren. Jeder Manager, der versucht, Rennfahrerkarrieren zu planen, wird an dieser Story verzweifeln.

Der 25-Jährige kam dabei zum Motorsport wie die Jungfrau zum Kinde: Norbert Michelisz wurde von dem ungarischen Teamchef Zoltán Zengo auf ungewöhnliche Weise verpflichtet: Zengo suchte einen Nachwuchspiloten, wurde aber auf den Rennstrecken in Ungarn nicht fündig.

Vom Traktor in den Rennwagen

Also verfiel er auf einen kruden Alternativplan: In Ungarn gibt es eine Webseite mit den besten Rundenzeiten für Computer-Rennspiele. Der führende Spiele-Freak lehnte das Angebot von Zengo ab, aktiv Rennen zu fahren. Auf Platz zwei der Bestenliste lag Michelisz. Der saß gerade auf einem Traktor, als ihn der Anruf von Teamchef Zoltán Zengo erreichte.

Michelisz nahm die Einladung zum Test dankend an - und fuhr seither von Erfolg zu Erfolg: Sieg im ungarischen Suzuki Swift Cup (2006), Sieg im ungarischen Renault Clio Cup (2007), Sieg im Seat Leon Eurocup (2009). Der Sieg im Eurocup sicherte Michelisz 2009 einen Gaststart beim WM-Rennen in Brands Hatch. Prompt qualifizierte sich der Youngster aus Mohács für den zehnten Startplatz.

2010 konnte der Ungar mit Hilfe seines Sponsors Dension einen Seat Leon TDI ergattern. Doch statt als WM-Rookie brav hinterherzuzuckeln, war Michelisz der unbelohnte Held von Curitiba: Nach dem ersten Quali-Segment war er mit Platz fünf bestplatzierter Seat-Pilot. Nur ein Ausrutscher im zweiten Zeittraining verhinderte mögliche Großtaten im Rennen.

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Marcus  Schurig

Autor:

SPORT AUTO, Heft 4 / 2010

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