Das ist das Podium, nachdem sich 200 Fahrzeuge beim zweiten VLN-Lauf 2010 durch die Grüne Hölle gejagt haben. Schnellster war der von Pole gestartete Phoenix-Audi R8, aber kurz vor Ende der vier Stunden konnte sich erneut der Manthey-Porsche die Führung sichern. Dank seiner Zukunftstechnologie fuhr das 911er-Hybridmodell ebenfalls aufs Treppchen.
Es war die vorletzte Möglichkeit sich auf das 24h-Rennen am Nürburgring vorzubereiten. Vier Wochen vor dem Eifelklassiker konnten beim VLN-Lauf die Teams, Fahrer und Fahrzeuge unter Rennbedingungen aufeinander abgestimmt werden. Eine Gelegenheit, die am Samstag (10.4.) pünktlich um zwölf Uhr exakt 200 GT-Rennwagen in Angriff nahmen. Nach vier Stunden über die rund 24,4 Kilometer lange Kombination aus Nürburgring Kurzanbindung und Nordschleife sahen davon 142 die Zielflagge. Bemerkenswert ist das Abschneiden der Porsche 911er, die immerhin 13 der 16 schnellsten Fahrzeuge ausmachen.

24h-Sieger Manthey beherrscht die VLN
Drei Runden fehlten dem Porsche vom Team Mamerow noch, um die Manthey-Siegesserie zu verhindern. Doch nach einem Unfall im Schwalbenschwanz überquerte auch am Ende des zweiten VLN-Rennens der Wagen mit der Nummer 114 als erster die Ziellinie nach 28 Runden (4:04:57,995 Stunden). Die erfolgreichen GT3 R-Piloten sind Marcel Tiemann, Time Bernhard und Romain Dumas. 1,7 Sekunden später folgte der Audi R8 vom Team Phoenix Racing, der sich mit einer Rundenzeit von 8:18 Minuten die Tagesbestzeit sicherte. Pilotiert wurde der Qualifying-Sieger von Frank Stippler, Marcel Fässler und Mike Rockefeller. "Wir haben heute bewusst versucht, möglichst konstant schnell zu fahren", sagte Tiemann. "Ich konnte erst etwas Speed rausnehmen, als der Mamerow-Porsche ausgeschieden war. Bis dahin war es ein toller Fight." Auch wenn ihn Platz zwei nicht vollkommen zufrieden stellte, war Fässler am Ende glücklich: "Das war für mich ein sehr amüsantes Rennen. Zusammen mit Stuck und Mamerow haben wir zu Beginn tollen Sport geboten - hart aber immer fair."
Rollendes Labor fährt aufs Treppchen
Die Überraschung des Tages war der Drittplatzierte. Der von Manthey Racing mit Porsche Werksunterstützung eingesetzte GT3 R Hybrid. Das "rollende Labor", dessen Verbrennungsmotor im Heck von zwei Elektromotoren an der Vorderachse ergänzt wird, konnte die Vorteile der Zukunftstechnologie erfolgreich einsetzen. So genügen dem 911er Bremsphasen von rund zwei Sekunden, um mit der Verzögerungsenergie ein im Beifahrerfussraum untergebrachtes Schwungrad auf maximal 40.000 U/min zu beschleunigen. Diese Energie treibt die zusätzlichen E-Motoren an und kann jederzeit vom Fahrer abgerufen werden. Da ein Knopfdruck am Lenkrad sich bei der Premiere am Saisonauftakt als umständlich erwiesen hat, wurde für dieses Rennen die Aktivierung der Bonus-Power über ein Schaltpaddel ausgelöst.
"Das Hybridsystem hat uns heute klar dabei geholfen, Kraftstoff zu sparen. Außerdem ist es ein tolles Gefühl, wenn man beim Herausbeschleunigen aus den Kurven oder beim Überholen den Extra-Schub der insgesamt 120 Kilowatt starken Elektromotoren spürt", beschreibt Jörg Bergmeister das Fahrerlebnis. Mit seinem Teamkollegen Wolf Henzler konnte beim Vierstundenrennen ein Boxenstopp gegenüber der Konkurrenz eingespart werden, was ausreichte um auf das Podium zu fahren. Beim 24h-Rennen macht dieser Vorteil den GT mit alternativer Antriebstechnologie zum Favoriten, auch wenn das System ein zusätzliches Gewicht von rund 150 Kilogramm bedingt.
Weniger erfolgreich waren die BMW M3-Piloten. "Die Performance unseres BMW M3 GT2 war das ganze Wochenende über sehr gut. Im Zeittraining konnten wir uns für die erste Reihe qualifizieren, der Start hat Spaß gemacht. Alles sah nach einem interessanten Kampf mit Porsche und Audi aus", erklärt Startfahrer Andy Priaulx. Eine defekte Antriebswelle verhinderte bereits nach vier Runden eine gute Platzierung. Mehr Glück hatte der BMW Z4 GT3, der am Ende auf Rang sechs landete. Auf Platz 17 fuhr der schnellste der zwei von Gazoo Racing eingesetzen Lexus LFA. Die auf dem Serienmodell mit einem Gesamtgewicht über 1.400 Kilogramm basierenden Sportwagen wurde durch Air-Restriktor bei der Topspeed eingebremst. Zudem erfordert der Umstieg von 20-Zöller auf 18-Zöller weitere Abstimmungsarbeiten, um das ganze Potenzial zu entfalten.
Optimale Basis für den 24-Stunden-Einsatz gesucht
Der von sport auto und der Fachhochschule Köln aufgebaute Ford Focus RS wurde am Samstag zu Testzwecken über den Ring gehetzt, um die Modifikationen optimal auf den Dauerlauf-Einsatz anzupassen. Am Serien-GT3 RS vom sport auto 24h-Projekt wurden unterschiedliche Fahrwerksabstimmungen getestet, um ein optimales Setup für den Langstreckeneinsatz zu finden. "Der Straßenrenner konnte erneut mit den Cup-Kameraden mithalten," stellte Horst von Saurma nach seinem Turn zufrieden fest. Eine exklusive Mitfahrt im 24h-Renner können Sie im Videobereich erleben.
Der dritte Lauf de rVLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring startet am 24. April 2010. Der 52. ADAC ACAS H&R-Cup beschließt als letzer Lauf vor dem 24h-Rennen auf dem Nürburgring das erste Saisondrittel der einzigartigen Nordschleifen-Rennserie.
| Datum | Veranstaltung | Rahmenprogramm |
|---|---|---|
| 20.03.2010 | VLN Test- und Einstellfahrt | |
| 27.03.2010 | 57. ADAC Westfalenfahrt | |
| 10.04.2010 | 35. DMV 4-Stunden-Rennen | |
| 24.04.2010 | 52. ADAC ACAS H&R-Cup | |
| 15.-16.05.2010 | 24h-Rennen Nürburgring | |
| 12.06.2010 | 41. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy | |
| 03.07.2010 | 50. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen | |
| 17.07.2010 | 33. DMV Grenzlandrennen | VLN-Sommerfest |
| 31.07.2010 | 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen | |
| 25.09.2010 | 42. ADAC Barbarossapreis | Tourenwagen-Revival |
| 16.10.2010 | 34. DMV 250-Meilen-Rennen | Formel Renault 2.0 |
| 30.10.2010 | 35. DMV Münsterlandpokal |
@Bernd
Wie schon gesagt wurde fährt die VLN über die Kurzanbindung GP-Kurs und das macht etwa 3,5km mehr die gefahren werden müssen.
Bei den VLN Rennen wird zusätzlich zur alten Nordschleife auch die neue Grand Prix Strecke zum Teil gefahren;) Bei dem Sportauto Supertests hingegen wird nur auf dem alten Nordschleifenteil gefahren ;)
Kann mir jemand erklären warum die Rennversionen beim VLN Cup den Nürburgring mit "nur" 8:18 Min umrunden (Zitat: "...der Audi R8 vom Team Phoenix Racing, der sich mit einer Rundenzeit von 8:18 Minuten die Tagesbestzeit sicherte...") und andererseits bereits normale Porsche Boxster im Supertest diese Zeiten fahren bzw. ein "normaler" Porsche GT3 nur 7:40 Min. braucht?
Tests und Fahrberichte
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