Im Unterschied zu den Vorjahren gab es beim 24h-Rennen erstmals eine freie Trainingssitzung vor dem ersten Zeittraining. Diese freie Trainingssitzung soll den Teams eine zusätzliche Möglichkeit eröffnen, um auf der anspruchsvollen Nordschleife noch einmal letzte Modifikationen auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen. Getreu dieser Maxime verfuhr auch die sport auto-Mannschaft: die beiden BMW-Werkspiloten Jörg Müller und Andy Priaulx nutzten die zusätzlichen 90 Minuten, um neue Reifen von Projektpartner Dunlop auszuprobieren sowie letzte Feinjustierungen an der Fahrwerksabstimmung vorzunehmen.
Neue Reifenkonstruktionen wurden getestet
Die erfahrenen Werkspiloten Priaulx und Müller waren besonders vom neuen Dunlop-Reifen angetan. Dunlop brachte eine neue Reifenkonstruktion für die Hinterachse an den Ring, mit der Jörg Müller auf Anhieb gut zu Recht kam: "Die Stabilität ist deutlich höher, ein klarer Fortschritt", bilanzierte der Hückelhovener.
Zu Testzwecken hatte das Team die Federrate beim BMW M3 GT4 um 20 Newtonmeter an Vorder- und Hinterachse erhöht. Doch Jörg Müller war nach seinen Proberunden der Meinung, besser wieder auf die weicheren Federn zurückzuwechseln: "Das Auto ist durch die härteren Federn etwas spitzer geworden. Bei einem 24h-Rennen kommt es aber sehr darauf an, ein komfortables und sicher zu fahrendes Auto zu haben. Daher werden wir für das Zeittraining wieder auf den alten Stand zurückwechseln."
Den Rest der Trainingssession wurden noch neue Mischungsvarianten (weich, mittelhart, hart) von Dunlop einem kurzen Check unterzogen. Auch hier waren die Werkspiloten zufrieden mit den erzielten Resultaten.
Weniger Gewicht und Leistung
Diese letzten Abstimmungsänderungen waren auch deshalb notwendig geworden, weil der BMW M3 GT4 vom Veranstalter des 24h-Rennens vor dem Rennwochenende noch eine neue, aktualisierte Einstufung erhielt: im Vergleich zu den beiden Testrennen im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft durfte das sport auto-Team jetzt Gewicht ausladen. Statt wie bisher 1.500 Kilogramm muss der BMW M3 nun nur noch 1.430 Kilogramm auf die Waage bringen. Die „Entlastung“ wurde durch Ausladen von Bleiplatten bewerkstelligt. Allerdings wurde auch die Motorleistung um sieben Prozent auf elektronischem Weg beschnitten.
Komplett neues Einsatzauto wurde aufgebaut
Beim Thema Gewicht arbeitete das Team um Projekt-Ingenieur Stefan Fober auch noch an der Balance des M3, die jetzt bei nahezu 50 zu 50 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse liegt. Für den Einsatz beim 24h-Rennen wurde von BMW Motorsport noch einmal ein komplett neues Einsatzauto aufgebaut, dass auch einige technische Unterschiede zu jenem Testfahrzeug aufweist, dass die Piloten Marcus Schurig und Jochen Übler (beide sport auto) sowie Jörg Müller und Andy Priaulx bei den Testeinsätzen pilotierten.
So wurden die Kupplung leicht modifiziert und stärkere Antriebswellen verbaut. Auch das Getriebe sowie die Getriebelagerung wurden nochmals im Detail überarbeitet, das soll die Standfestigkeit sowie die Schaltpräzision verbessern. Dazu widmeten sich die Ingenieure von BMW Motorsport der Verbesserung des Fahrerkomforts: die Innenraumbelüftung wurde verbessert und die Frontscheibe erhielt eine Scheibenheizung, um auch bei regnerischen Bedingungen immer klare Sicht zu behalten. Schließlich wurde noch der Verstellbarbereich des Rennschalensitzes um cirka einen Zentimeter nach hinten verschoben, so dass nun alle Piloten eine relativ komfortable Sitzposition vorfinden.
Das 1. Zeittraining beginnt am Donnerstagabend um 19.30 Uhr und endet um 23.30 Uhr.
Weitere Informationen finden Sie im sport auto-Spezial zum 24h-Rennen auf dem Nürburgring.






