24-Stunden-Nürburgring Projekt 2009: Ein Blick hinter die Kulissen vor dem Start

Das sport auto-Team trifft die letzten Vorbereitungen vor dem Start zum 24h-Rennen um 16.00 Uhr: von Camel-Bags und Reha-Gummis

Die Fahrer des sport auto-Teams hatten sich dieses eine Mal durchgesetzt: bitte, bitte kein allzu frühes Fahrerbriefing am Rennsamstag (23.5.), wir wollen ausschlafen - so der gemeinsame Tenor. Renningenieur Stefan Wendel, verantwortlich für den BMW M3 GT4 des Schubert-Teams mit der Startnummer 60, zeigte Erbarmen: Antreten erst um 12.00 Uhr zur letzten Besprechung vor dem Start.

Gespannte Vorfreude ist deutlich sichtbar
 
Nach einer guten Mütze Schlaf und einem ausgiebigen Frühstück dann die ersten schönen Eindrücke auf dem Weg ins Fahrerlager: die Sonne scheint, die Staus rund um den Nürburgring sollen bereits mehrere Kilometer lang sein, das Fahrerlager ist pickepacke voll mit Menschen. Keine Frage: es ist Renntag am Nürburgring und das 24-Stunden-Rennen auf der legendären Nordschleife hat auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten offenbar nichts von seiner Anziehungskraft verloren.
 
Im Team-Zelt von Schubert Motorsport angekommen, klatschen sich die Fahrer zur Begrüßung ab. Man sieht den Piloten die gespannte Vorfreude im Gesicht deutlich an. Erster Punkt des Briefings: die Fahrerreihenfolge für das Rennen wird festgelegt. BMW-Werkspilot Jörg Müller übernimmt den Start, dann kommt sport auto-Redakteur Jochen Übler zum Einsatz. Den dritten Turn wird der dreifache TW-Weltmeister Andy Priaulx bestreiten, Turn Nummer vier geht an wieder an sport auto mit Marcus Schurig. Die vorausberechneten Wechselzeiten sind auf einem handlichen Zettel vermerkt, so weiß jeder Pilot im Team, zu welcher Uhrzeit er voraussichtlich ins Auto einsteigen wird.
 
"Bitte seid immer 45 Minuten vor eurem Einsatz gestiefelt und gespornt in der Box", so Stefan Wendel. Der Grund: sollte ein außerplanmäßiger Stopp anstehen wie beispielsweise nach einem Reifenschaden, würde der Boxenstopp vorgezogen - und somit auch der Fahrerwechsel früher stattfinden als geplant. "Nur wenn in den ersten drei Runden eines Stints ein außerplanmäßiger Stopp fällig wird, werden wir das Auto wieder voll tanken und den Piloten im Fahrzeug lassen", erklärt Wendel das Procedere.

In Details liegt der Schlüssel zu einem erfolgreichen 24-Stunden-Rennen
 
Es folgt eine letzte Einweisung am Auto, die Verbesserungen der vergangenen Stunden am BMW M3 GT4 werden von Ingenieur Wendel präsentiert: eine Fixierung des Schlauches für die so genannten Camel-Bags zum Beispiel, in denen sich die Trinkflüssigkeit für die Fahrer befindet. Ein Klettband an der seitlichen Kopfabstützung des Rennsitzes erwies sich nach längeren Diskussionen als die optimale Lösung für die Fahrer. Auch die Renn-Gurte fordern noch einmal die Aufmerksamkeit von Team und Fahrer: sehr hofft verheddern sich die Piloten beim schnellen Wechsel in der Box mit den Sechspunktgurten, mal sitzt man nach dem Einsteigen auf dem Gurt, mal stimmt die Gurtlänge nicht. All das kann wertvolle Zeit kosten. Also hat das Team über Nacht die fünf Gurtenden mit Hilfe von äußerst flexiblen Gummischläuchen aus dem Bereich der Kranken-Rehabilitation so fixiert, dass der Fahrer mühelos einsteigen kann und die Gurtenden sofort griffbereit zum Anschnallen sind. In den kleinen Details liegt eben der Schlüssel zu einem erfolgreichen 24-Stunden-Rennen - das sport auto-Team scheint dafür bestens präpariert zu sein.

Das Rennen startet am Samstag, den 23. Mai, um 16.00 Uhr (siehe Zeitplan). Ab 15.00 Uhr können Sie den kostenlosen Live-Stream auf sportauto-online.de sehen.

Weitere Informationen finden Sie im sport auto-Spezial zum 24h-Rennen auf dem Nürburgring.

24h-Rennen Nürburgring 2009
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Marcus Schurig

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