Ideallinie Nürburgring-Nordschleife: Kurve für Kurve - Teil 4: Metzgesfeld bis Wehrseifen

Mit Highspeed ins Tal: Die Bergab-Passage hinter Metzgesfeld bis zum Wehrseifen hat harte Tempowechsel im Programm. Nur wer die Linienwahl und die Bremspunkte perfekt kennt, kommt auch sicher in Breidscheid an

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Die Links-Rechts-Kombination nach der schnellen Metzgesfeld-Kurve ist trickreich, das beginnt bereits mit dem Anbremsen. Im fünften Gang kommt man weit auf der rechten Fahrbahnseite angeflogen, verzögert hart und schaltet bis in den dritten Gang herunter. Dabei drückt das Auto immer ein bisschen nach, weil die Strecke zum Kurveneingang hin leicht abfällt. Die Eingangslinks hängt stark nach innen, dadurch kann man das Auto fast brutal reinfallen lassen. Der Radius ist relativ konstant - das erzeugt auch immer etwas Übermut. Wer den Ausgang perfekt erwischen will, der sollte sich in der Eingangslinks lange an den kurveninneren Kurb halten. Der leichte Rechtsbogen über eine Kuppe am Ausgang der Kombination ist knifflig: Der Pilot steuert die Kurve blind an und muss sich den vorhandenen Raum perfekt einteilen. Deshalb sollte er sich beim Umsetzen des Autos möglichst mittig auf der Bahn befinden, um den Radius für den Rechtsbogen optimal zu öffnen. Vorsicht: Kurz vor dem Scheitelpunkt der Rechtskurve hebt eine kräftige Bodenwelle das Auto aus, plötzliches Untersteuern kann die Folge sein. Unerfahrene lupfen dann das Gas, hektische Korrekturen befördern sie schnell in die Leitplanken. Im Regen ist alles noch schwieriger: Schon die Linkskurve ist verdammt rutschig, also nie zu schnell einbiegen! Der zweite Teil der Kombination ist bei Nässe noch diffiziler, denn man muss das Auto mit konstanter Last auf der Fahrlinie stabilisieren, ruckartige Lenkmanöver sind tunlichst zu vermeiden. Unter keinen Umständen darf man zu schnell in die Ausgangsrechts hineinstechen - sonst rodelt man untersteuernd nach links in die Wiese oder dreht sich nach rechts in den massiven Erdwall.

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Die Kallenhard-Kurve führt blind um einen mächtigen Bergvorsprung: Man bleibt hier lange außen, geht erst auf dem letzten Drücker in die Eisen und muss sehr spät einlenken. Weil sich die Kurve am Ausgang wie eine Schlinge zuzieht, setzt man den Scheitelpunkt weit in Richtung Kurvenausgang, um optimal herausbeschleunigen zu können. Die erste Hälfte der stark nach außen hängenden Kurve fährt man mit Schleppgas, erst wenn der Fahrer den Kurb am Ausgang der Kurve sieht, kann er wieder gefühlvoll und dosiert aufs Gas gehen. Fronttriebler neigen hier stark - im Regen dramatisch - zum Untersteuern, Hecktriebler lassen sich wunderbar mit dem Gas aus der Kurve hinauszirkeln. Am Ausgang wird zügig auf die rechte Fahrbahnseite gewechselt.

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Es gibt Stellen auf der Nordschleife, die selbst erfahrene Piloten immer wieder sprachlos machen: Die namenlose Bergab-Links-Rechts-Kombination nach Kallenhard gehört sicher dazu. Weil das Auto durch die steile Talfahrt zügig Tempo aufnimmt, erreicht es im vierten Gang mit über 160 km/h die S-förmige Kombination. Obwohl die Passage übersichtlich ist, braucht es viel Mut, um dort schnell zu sein: Unterschiedliche Beläge sorgen vor allem am Eingang für wechselnde Gripverhältnisse, im Regen ist dort allergrößte Vorsicht geboten – auch weil die Strecke am Einlenkpunkt böse nach außen hängt! Die Eingangslinks wird weit vom rechten Rand aus angefahren, mit den meisten Autos muss man kurz bremsen. Im Scheitelpunkt der Linkskurve lauert eine grobe Senke – mit richtig Speed öffnen sich dort bei alten und weichen Autos die Türen einen Spalt weit, so gewaltig verzieht es die Karosserie. Die tiefe Welle der Eingangslinks wirft eine Falte bis zum Rechtsbogen am Ausgang, wo die Strecke ebenfalls wieder zum kurveninneren Kurb abfällt. Die Folge dieser tektonischen Verwerfung ist eine veritable Kuppe: Wer richtig schnell ist, der springt förmlich aus der Passage heraus - allerdings sollte dann das Lenkrad unbedingt wieder gerade stehen! Eine Fehleinschätzung der Einlenkgeschwindigkeit kann in diesem Abschnitt katastrophale Folgen haben: Wenn das passgenaue Hindurchzirkeln des Autos durch das schnelle Nadelöhr scheitert, werden die Kurbs zu Sprungschanzen.

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Die Dreifachrechts vor Wehrseifen hat ihre besten Zeiten leider hinter sich: Mit den alten Streckenbelägen war der Abschnitt früher eine riesige Herausforderung – besonders im Regen. Seit der Neuasphaltierung bleiben als Challenge nur noch die richtige Linienwahl und der korrekte Einlenkpunkt. Das ist aber immer noch schwierig genug, denn die Vierte-Gang-Passage führt blind in drei Bögen um den Berg herum. Viele Piloten scheitern schon beim Anbremsen – wer zu spät damit beginnt, den bestraft der wellige Belag doppelt. Als ersten Scheitelpunkt visiert man die Mitte des ersten Kurbs an, löst sich gleich wieder nach außen und fährt dann den zweiten Kurb sehr eng an. Die Kunst besteht darin, die Passage mit fast konstanter Lenkradstellung ohne Hektik zu durchfahren – dann landet das Auto am Ausgang exakt auf der weißen Linie der linken Fahrbahnseite.

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Ob 24 Stunden-Rennen oder Langstreckenmeisterschaft: Am anspruchsvollen Abschnitt Wehr- seifen stehen immer besonders viele Fans – meistens nicht umsonst, denn viele verschätzen sich hier mit dem Tempo und landen im harten Mäuerchen am Kurvenrand. Im vierten Gang bremst man bei starkem Gefälle die unübersichtliche Eingangsrechtskurve weit außen auf der linken Fahrbahnseite an. Vor dem Einlenken geht man wieder aufs Gas und zirkelt das Auto ganz eng entlang der Kurbs durch die nach außen hängende Kurve. Die Abläufe müssen perfekt passen – wer noch beim Einlenken auf der Bremse steht oder in der Kurve vom Gas muss, hat schlechte Karten: Das Auto wird blitzschnell unruhig, es bleibt wenig Platz zum Korrigieren. Weil der folgende Linksknick am Wehrseifen extrem zumacht, holt der Fahrer in der Regel weit aus und lenkt erst sehr spät nach links ein – bevorzugt im dritten Gang, das spart den Schaltvorgang in der Querbeschleunigungsphase am Ausgang. Vor dem spitzen Anfahren auf der Kampflinie sei gewarnt, denn die Piste fällt auf der Innenseite wie eine Rampe ab – da stehen beim Anbremsen schnell alle Räder. Untersteuern ist am Ausgang von Wehrseifen Gift – aber leider untersteuern dort fast alle Autos! Also immer etwas Spielraum einkalkulieren und nicht zu schnell in den Knick hineindonnern. Vorsicht: Der Rechtsschwung am Ausgang der Passage in Richtung Breidscheid ist im Nassen tückisch glatt!

Bitte tasten Sie sich an Ihren persönlichen Grenzbereich Schritt für Schritt heran!

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