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sport auto-Zeitschrift 09-2010

: Kleiner Kurs und Grand Prix-Strecke Hockenheim (2)

In der zweiten Folge unserer Ideallinie in Hockenheim widmen wir uns der Ausfahrt Querspange durch die neue Schikane bis zurück auf die Zielgerade


Bilder
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Die neu gestaltete Schikane ausgangs der Querspange verlangt bereits vor dem schnellen Linksknick eine optimale Vorbereitung: Der schnelle Bogen wird stärker angebremst, als es die herkömmliche Ausfahrt verlangt. Schließlich ist es notwendig, sich sofort nach dem Linksknick äußerst links einsortieren zu können. Jetzt wird das Auto hart zusammengebremst. Achtung: Der Sturzraum ist knapp bemessen. Der Absetzpunkt für die Einfahrt in die Schikane liegt in etwa am Ende der linken Curbs. Die innere Streckenbegrenzung der ersten Rechtskurve wird noch überfahren, im folgenden Linksknick wird sie hingegen möglichst gemieden, da sie nur unnötige Unruhe ins Fahrzeug bringt. Wer richtig schnell ist, muss dann allerdings den rechten Curb am Ausgang der Schikane wieder mit nahezu einer halben Wagenbreite überqueren und lässt sich dann in etwa bis Mitte der Strecke nach außen tragen.

Bei der Gangwahl streiten sich die Geister. Die enge Einfahrt erfordert eigentlich mit den meisten Fahrzeugen den zweiten Gang. Jedoch erfordert dieses Vorgehen direkt beim Umsetzen in die nächste Links einen Gangwechsel. Das kann in diesen engen Wechselkurven leicht zu einem Dreher führen. Ruhiger geht’s im Dritten.

Zwar ist die Einfahrt Motodrom nur eine einzige Kurve. Die Möglichkeiten, sich hier zu verirren, sind dennoch gegeben. Vor allem am Kurvenausgang ist schon mancher Profi über die Wiese in Richtung Sachs-Kurve geritten. Grund hierfür ist meist ein zu frühes Einlenken in den schnellen Rechtsbogen, der wieder ins Infield führt. Die Folge: Am Ende geht einem die Strecke aus. Zwar lässt sich bei der Jagd auf eine gute Rundenzeit der linke Curb am Kurvenausgang mit in die Ideallinie einbeziehen. Aber nur, wenn das Auto schon nahezu gerade ausgerichtet ist. Wirken noch zu hohe Querkräfte, übernimmt auf dem Curb schnell die Heckpartie die Führung. Bei Nässe ist der Curb sowieso tabu.

Um eine präzise Linie zu gewährleisten, lenkt man etwas später in diesen schnellen Bogen ein, setzt sich also besser etwas später am Rande der Reifenstapel ausgangs der Querspange ab. Da die kurveninnere Streckenbegrenzung bei der Einfahrt zum Motodrom nicht allzu hoch ausfällt, kann sie getrost mit den rechten Rädern überfahren werden, um den Radius künstlich etwas zu vergrößern. Die meisten Autos tendieren hier zum Übersteuern. Schließlich wird ab

der Ausfahrt Querspange kontinuierlich durchbeschleunigt. Und in der Regel ist kurz vor diesem schnellen Bogen auch noch ein Schaltvorgang notwendig.

Hier ist also viel Gefühl gefragt, um nicht in einem spektakulären Drift ins Motodrom einzubiegen. Sofort nach Ende der linken Streckenbegrenzung wechselt der Pilot nun auf die rechte Fahrbahnseite, um sich für die Anfahrt der Sachs-Kurve optimal ausrichten zu können.

Die enge und nach außen hin überhöhte Sachs-Kurve eignet sich hervorragend für Ausbremsma-növer. Denn wer den Dritte-Gang-Linksbogen (zumindest im Fall des M3 CSL) optimal anfährt, bietet den Verfolgern reichlich Platz, um links in die Lücke zu stechen. Denn im Normalfall erfolgt die Anfahrt von weit rechts außen. Erst kurz vor Ende des rechten Curbs geht’s nach innen. Also besser etwas später einlenken, als man es gefühlsmäßig tun würde, um wieder möglichst früh gefühlvoll beschleunigen zu können.

Achtung: Am Kurvenausgang droht ein grober Curb. Wer sich hier mit der Geschwindigkeit vertut, überfährt ihn lieber komplett und nutzt die darauf folgende grüne Asphaltfläche, um Grip zu fassen und wieder auf den rechten Pfad zurückzufinden. Der führt über eine leichte Kuppe mit einer schnellen Links-Rechts-Kombination, die möglichst gerade durchstochen wird.

Wer die letzten Zehntel sucht, muss über den linken Curb räubern (Bild 3b). Am folgenden Rechtsknick überfährt man die Streckenbegrenzung nur minimal. Die Passage erfordert Präzision und eine besondere Beachtung: Nie Lastwechsel provozieren – sonst wird’s heikel.

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Die abschließende Doppelrechtskurve, bestehend aus Senke und Südkurve, ist im Zuge der Umbaumaßnahmen etwas enger geworden, aber auch anspruchsvoller. Denn der kleinste Fehler macht sich sofort in der Rundenzeit bemerkbar. Wer hier patzt, schleppt den Nachteil bis über Start und Ziel mit.

Bereits die Anfahrt zur Senke will wohl überlegt sein. Aus dem Rechtsbogen sticht man pfeilgerade in Richtung Ende des linken Curbs zu. Sozusagen beim Queren der Strecke – wenn das Auto gerade steht – beginnt die Bremszone. Kurz vor Ende der linken Streckenbegrenzung sollte das Tempo passen. Denn jetzt geht es scharf nach rechts – haargenau an den inneren Curb heran. Wer den Rechtsabzweig zu spät oder zu schnell angeht, hat verwachst. Denn dann schiebt so ziemlich jedes Auto über die Vorderräder in Richtung Sturzraum. Die Zeit ist futsch. Besser tastet man sich langsam an die optimale Einlenkgeschwindigkeit heran. Denn das Auto liegt weitaus neutraler, wenn gefühlvoll unter Zug durch diesen Knick beschleunigt werden kann.

Die optimale Linie führt ganz nahe an die äußeren Curbs heran. Durch den kurzen Sprint aus dem ersten Rechtsbogen ist meist ein kurzes Bremsmanöver für die Südkurve notwendig. Auch hier gilt: Wer mit Überschussgeschwindigkeit einlenkt, provoziert ein Untersteuern, das unter Zeitverlust korrigiert werden muss. Optimal: leicht über die inneren Curbs und unter Zug Richtung Start/Ziel.


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