Datenanalyse Porsche 911 GT3/GT3 RS
Im Supertest besser denn je - der neue Porsche GT3
Der seit 1997 durchgeführte sport auto-Supertest ist wegen seiner konstanten Verfahrensweise in der Lage, die fahrdynamische Entwicklungsgeschichte ganzer Modellreihen schlüssig, exakt und nachvollziehbar abzubilden. Eine Datenanalyse des Porsche 911 GT3/GT3 RS.
Ob der mächtige Flügel des aktuellen Porsche 911 GT3 gefällt, mag Ansichtssache sein, dass er seinen Zweck erfüllt nicht: Mit 15 Kilogramm Abtrieb an der Vorder- und 19 Kilo Abtrieb an der Hinterachse bei 200 km/h wartet der Frischling Baureihenintern mit der besten Aerodynamik auf.

Porsche · 911 GT3 · Sportmodell · Supertest · Rundenzeit
Bester im Supertest-Ring
Dies und seine beeindruckende Performance bei der Zeitenhatz in Hockenheim und am Nürburgring sowie in allen Handlingdisziplinen machen ihn zum Herrn im Supertest-Ring. Mit 79 Wertungspunkten inklusive Nasshandling setzt sich der neue GT3 vor so ausgewiesene Sportler wie die Porsche Carrera GT und 911 GT2 oder den Ferrari 430 Scuderia. Und das mit gerade einmal 435 Saugmotor-PS.
Dass der aktuelle gegenüber dem ersten GT3 kaum zugenommen hat (plus 35 Kilo mit 60-Liter-Tank), ist den Weissacher Ingenieuren dabei ebenso hoch anzurechnen wie die gründliche Arbeit im Bereich Fahrwerk und Reifen. So neutral, handzahm und alltagstauglich wie das neue Sportmodell war der GT3 noch nie.
Der Newcomer setzt Maßstäbe
Auch in Sachen Geradeauslauf bei hohen Geschwindigkeiten setzt der Newcomer Maßstäbe. Die diesbezügliche Launenhaftigkeit seiner Vorgänger ist dem aktuellen GT3 fremd. Hier zeigen neben der verbesserten Aerodynamik vor allem die geometrischen Optimierungen an den Radaufhängungen Wirkung.
Unbestritten haben die inzwischen deutlich weiter entwickelten Sportreifen großen Anteil an der signifikant besseren Performance. Exzellente Trockenhandling-Eigenschaften und ein hohes Nassgripniveau schließen sich nicht mehr aus. Einzig bei stehendem Wasser geraten auch die aktuellen Michelin Pilot Sport Cup der Porsche-eigenen NO-Spezifikation an ihre Grenzen.
Vorfreude auf den Porsche 911 GT3 RS
Vor diesem Hintergrund dürfte sich die von Porsche gemachte Ansage, der gemäß der Anfang 2010 debütierende GT3 RS fahrdynamisch nochmal ein ordentliches Schippchen drauflegen soll, spannend gestalten. Dem anno 2007 getesteten RS auf Basis des ersten 997 GT3 ist dieses Kunststück nicht gelungen.
Die Entwicklung des Porsche 911 GT3 im sport auto-Supertest sehen Sie in der Fotoshow.
| Fahrzeug | sport auto Ausgabe | 0-200-0 km/h | Rundenzeit Nordschleife | Durchschnitts- Geschwidigkeit Nordschleife | Aerodynamische Balance (vorn/hinten) |
|---|---|---|---|---|---|
| Porsche 911 GT3 (996) | August 99 | 21,3 s | 8:03 min | 153,5 km/h | -/0 kg |
| Porsche 911 GT3 (996) | Juni 03 | 19,9 s | 7:54 min | 156,5 km/h | -13/0 kg |
| Porsche 911 GT3 RS (996) | März 04 | 18,2 s | 7:47 min | 158,8 km/h | -19/+25 kg |
| Porsche 911 GT3 (997) | Juli 06 | 18,6 s | 7:48 min | 158,5 km/h | 0/0 kg |
| Porsche 911 GT3 RS (997) | März 07 | 18,9 s | 7:48 min | 158,5 km/h | -2/+10 kg |
| Porsche 911 GT3 (997) | Juni 09 | 18,0 s | 7:40 min | 161,2 km/h | +15/+19 kg |
Der GT3 von 1999 hat vollgetankt mit 90 Litern 1390 kg gewogen, der 997 Mk2 mit 65 Litern je nach Test 1445 bis 1460 kg bei 65 Litern. Meistens waren die Testfahrzeuge außerdem noch mit aufpreispflichtigen Extras wie Keramikscheiben oder Leichtbausitzen ausgestattet, die gewichtserleichternd sind. Der 996 ist somit ca. 100 Kilo leichter und hat einen etwa 15 Prozent besseren Luftwiderstandswert. Auf Sportreifen dürfte er auf der Nordschleife ungefähr 10 Sekunden gutmachen, wonach er bei 7.53 Minuten liegt, 13 Sekunden langsamer als der Mk2 - gar nicht so schlecht für einen Oldtimer.
Apropos "Mit 79 Wertungspunkten inklusive Nasshandling setzt sich der neue GT3 vor so ausgewiesene Sportler wie..."
Kompliment zum ausgezeichneten Test, aber das Punktesystem hat aus meiner Sicht seine Grenzen erreicht und wirkt teilweise als "Dynamikkompressor". Auf allen Rennstrecken ist beispielsweise der GT2 klar das schnellere Auto, aber durch die Begrenzung des Punktesystems (z.B. 10 Punkte für < 7:40 auf der NS) kommt das Plus an Dynamik leider nicht mehr voll zum Tragen. Die meisten Leser interessieren sich doch für die Zeiten auf der Rennstrecke (s. Leserbriefe). Vielleicht sollte dieses Kriterium stärker gewichtet werden...
Tests und Fahrberichte
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