Jahresrückblick der Supertests 2009
Das Jahr der Rekorde
Rekorde über Rekorde: Auf der Nordschleife des Nürburgrings, auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim, der 0-200-0-Prüfung, im Windkanal, bei der maximalen Querbeschleunigung, im 36-Meter-Slalom, beim Ausweichtest und dem Nasshandling. 2009 sind in sämtlichen Supertest-Kriterien neue Bestmarken gesetzt worden. Weiterer Rekord: 14 Supertest-Kandidaten in einem Jahr.
Der seit 1997 etablierte sport auto-Supertest ist wegen seiner konstanten Testkriterien in der Lage, die Fahrzeuge unterschiedlichster Gattung schlüssig, exakt und nachvollziehbar abzubilden. Neben den acht objektiven Kriterien fließen auch die zwei subjektiven, Fahrspaß und Alltagstauglichkeit, in die Bewertung ein.

Supertest · Nürburgring · Nordschleife · Nasshandling · Rundenzeiten · Beschleunigung
Supertest Aston Martin DBS
Das Supertest-Jahr 2009 begann mit dem Dienstwagen von Superagent James Bond. Auch wenn es nicht die vornehme Art ist, einem knapp 250.000 Euro teuren Aston Martin DBS alles abzuverlangen, so gestaltet sich der Aufenthalt im Grenzbereich doch ungemein unterhaltsam. Bond hat's schließlich noch viel schlimmer getrieben... Am Ende liegt der klassische Gran Turismo im Supertest punktgleich mit einem Supersportler vom Schlage eines Ferrari F 430.
Supertest Mercedes C 63 AMG
Im Februar zeigte die Mercedes C-Klasse mit dem AMG-Label, dass ein kleines Karosserieformat, kombiniert mit riesengroßem V8-Motor sehr dynamisch sein kann. Trotz seines stattlichen Gewichts von 1.761 Kilogramm zeigt der Mercedes C 63 AMG etwa dieselben Sprinterqualitäten wie ein Porsche Carrera S. Einen BMW M3 hat er vergleichsweise locker im Griff.
Supertest Abarth Grand Punto esseesse
Mit einem 1,4-Liter-Vierzylinder muss der werksgetunte Abarth Grande Punto sich mit den Supersportwagen messen. Preisliche bewegt sich der Italiener in Regionen, die für Supertest-Verhältnisse als geradezu minimalistisch durchgehen können. Befeuert von einem speziellen Garrett-Turbolader hat der Fiat eine Überzeugungskraft, die man ihm aufgrund seiner nominellen Größe nicht zugetraut hätte. Dabei schränkt die Elektronik die Möglichkeiten des Abarth sehr deutlich ein.
Supertest Mini John Cooper Works
Die rund 30.000 Euro teure John Cooper Works-Variante des Mini kann sowohl im Alltag als auch auf abgeschlossenen, möglichst kurvenreichen Strecken mit viel stärkeren Sportwagen mithalten. Leistung ist eben nicht alles. Was man mit "nur" 211 PS und einem Gewicht von lediglich 1.180 Kilogramm anstellen kann, zeigt der launige Brite bei Stippvisiten etwa auf der Nordschleife, die allesamt zu wahren Begeisterungsstürmen veranlassen.
Supertest Mercedes SL 65 AMG Black Series
Bis zum Supertest des von Grund auf neu entwickelten SLS trug die Black Series-Variante des SL 65 AMG das Blaue Band des schnellsten je gebauten Mercedes-Straßensportlers. Was nun mit der schwarzer Serie auf Basis SL 65 AMG vorstellig wird, darf durchaus als eine Krönung des Sportwagenbaus angesehen werden: Er ist kein Blendwerk und kein Produkt mit Alibifunktion, sondern ein veritabler Supersportler mit überzeugenden fahrdynamischen Eigenschaften.
Supertest Porsche 911 GT3
Die neue sportliche Speerspitze im Porsche-Aufgebot, der 911 GT3, hat im Juni 2009 mit bisher nie erreichter Höchstpunktzahl eine neue Bestmarke im sport auto-Supertest gesetzt. Mit 79 von 80 möglichen Punkten setzt der Porsche 911 GT3 sich souverän an die Spitze der Supertest-Bestenlisten. Das Verfehlen der Maximalpunktzahl allein in der Beschleunigungs- und Bremsprüfung lässt sich insofern leicht verschmerzen, als der mit - sorry - vergleichsweise bescheidenen 435 PS antretende Sportwagen-Klassiker schon aufgrund seiner Definition nicht zur Fraktion der Autobahn-Bolzer gezählt werden will.
Anlässlich des beeindruckenden Ergebnisses wurden alle 25 Porsche-Modelle, die binnen zwölf Jahren durch den Supertest gelaufen sind, erneut betrachtet. Dabei zeigte sich, dass Porsche in der Fahrdynamik nach wie vor der Massstab ist.
Supertest Nissan GT-R
Über mögliche Rundenzeiten des Nissan GT-R wurde viel diskutiert, bevor eines der 486 PS-Schwergewichte bei den deutschen Händlern angekommen war. Mit der Rundenzeit auf der Nürburgring-Nordschleife von 7.38 Minuten verfehlt der Supertest-Kandidat zwar die von Nissan angegebene Zeit von 7.26 Minuten, bringt sich damit aber dennoch auf einem Leistungsniveau ein, das bislang nur von ganz wenigen, ausgewiesenen Supersportlern erreicht wurde. Die Art und Weise, mit der der Nissan GT-R die Leistung vollbringt, ist verblüffend. Bei knapp 1,8 Tonnen Gewicht steht ihm dieses Maß an Fahrdynamik eigentlich gar nicht zu.
Supertest Ford Focus RS
Als stärkster Serien-Fronttriebler stellt sich der 305 PS starke Ford Focus RS im August dem Supertest. Im Fach Fahrbarkeit gebührt dem Focus RS eine Goldmedaille. Er lenkt überaus agil ein, reagiert sensibel auf Lastwechsel und lässt sich tadellos beherrschen. Das tadellose Grenzbereichverhalten ist sicher auch der Abstimmung der Feder/Dämpferelemente zu verdanken, die zusammen mit den noch immer recht nachgiebigen Stabilisatoren der Karosserie in Kurven eine relativ große Seitenneigung erlauben. Auch wenn der Preis mittlerweile um 1.000 Euro erhöht wurde: Für 34.900 Euro gibt der Markt nichts Vergleichbares her, außer man schaut sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt um.
Supertest Audi R8 5.2 FSI quattro
Mit dem R8 5.2 FSI quattro ist Audi in den erlesenen Kreis der Sportwagen-Anbieter aufgestiegen. Der V10-Motor ist schlicht ein Hammer, von welcher Seite man ihn auch betrachtet. Leistungsangebot, Soundentwicklung, optische Präsenz - alles top. Um sich von seinem Konzernbruder Lamborghini Gallardo LP 560-4 abzugrenzen hat der Audi 35 PS weniger Leistung und 70 Kilogramm mehr Gewicht. Doch sowohl auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim als auch auf der Nordschleife des Nürburgrings ist der R8 V10 der deutlich schnellere Sportwagen von beiden.
Supertest Corvette ZR1
Die stärkste Corvette aller Zeiten besitzt einen Smallblock-V8, der dank Kompressoraufladung 647 PS bereitstellt. Der Supertest bestätigt der Corvette ZR1, dass das Fahrverhalten des 1,5-Tonners als universell tauglich bezeichnet werden darf. In Sachen Alltagstauglichkeit können es nur wenige Konkurrenten mit ihr aufnehmen. Dass der US-Sportler mit seinem extrem hoch entwickelten fahrdynamischen Talenten an Grenzen stößt - Stichwort Aerodynamik -, kann diesem Idol nicht ernsthaft zum Vorwurf gemacht werden. Das Konzept ist nach wie vor genial, die Ausführung erstklassig.
Supertest Gumpert Apollo Sport
Der Gumpert Apollo Sport erschließt sich eine neue Dimension: Erst holt er sich mit einer Rundenzeit unter 7:12 Minuten auf der Nürburgring-Nordschleife die sport auto-Trophy, den begehrten Wanderpokal für die schnellste, mit straßenzugelassenen Fahrzeugen auf der Nordschleife gefahrene Runde. Dann beweist Gumpert mit Maximalpunktzahlen in sechs von sieben Supertest-Kriterien, dass er die Magie des Rennsports wie kein Zweiter auf die Straße bringt. Der von einem 700 PS starken, auf Audi-Basis aufgebauten Biturbo-V8 angetriebene Mittelmotor-Sportler ist sozusagen der Pragmatiker unter den Supersportlern. Während andere sich in dieser Leistungs-Liga schwerpunktmäßig von der Ästhetik leiten lassen müssen, macht sich der Apollo in geradezu professioneller Manier daran, die im Motorsport gängigen Standards auf die Straße zu bringen. Sein Leitmotiv heißt nicht nur Leistung, sondern vor allem Abtrieb.
Supertest BMW X6 M
Neben dem Apollo muss für die November-Ausgabe einen weiterer Kandidat um die Nordschleife. Ein 555 PS starker Allradler mit 2,3 Tonnen: der BMW X6 M. Angetrieben von einem 4,4 Liter Hubraum Twinturbo-V8 liegt seine Rundenzeit auf dem Niveau des vorletzten BMW M3.
Supertest Porsche Boxster S und Supertest Porsche Cayman S
Nach dem Novum, ein SUV dem Supertest zu unterziehen, werden für die letzte Ausgabe 2009 gleich zwei Fahrzeuge miteinander verglichen. Im Doppel-Supertest trifft der Roadster Porsche Boxster S auf das Coupé Porsche Cayman S. Als Porsche-Einstiegsmodelle können die Modelle nach dem Test-Ergebnis nicht mehr bezeichnet werden.
Alle vierzehn Supertest-Kandidaten finden Sie in der Fotoshow sowie der folgenden Tabelle.
Die Rundenzeit auf der NS ist wohl für den Pässe-/Landstrassenfahrer das relevanteste aller Kriterien. Wer hier gute Zeiten erfährt ist wohl überall vorne mit dabei ....
Einen Guten Rutsch euch allen, Mario.
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