Robby Naishs Privatautos: Traum-Garage der Surflegende auf Hawaii

Surfer Robby Naish vor seiner Privatgarage, Evans, Porsche Panamera, Leichenwagen

Robby Naish ist eine Legende, 24-facher Surf-Weltmeister, der "Lord of the boards". Dutzende Surfbretter nennt er sein eigen. Und neun spannende Autos. Darunter zwei Sportwagen aus Stuttgart und einen Leichenwagen aus Detroit. Wir werfen einen Blick in seine Privat-Garage.

Robby Naish, Baujahr 1963, gewann schon im zarten Alter von 13 Jahren seinen ersten Weltmeisterschaftstitel. Robert Staunton, so die offiziellen Vornamen des Wunderkinds des Wassersports, war damit der jüngste Surfweltmeister aller Zeiten. Neben dem Surfen zählt das Autofahren zu seinen Leidenschaften. Und wie bei seinen Brettern gibt er sich auch bei seinen fahrbaren Untersätzen nicht mit Produkten von der Stange zufrieden.

Robby Naish fährt nur individualisierte Autos - wie einen umgebauten Leichenwagen

Neun Automobile nennt Naish sein eigen. Und alle haben eine Geschichte und klare Aufgabe. "Ich gebe zu", so Naish, "meine kleine Sammlung ist schon ziemlich merkwürdig. Aber jedes meiner Autos hat einen sehr unterschiedlichen, einzigartigen Charakter und Stil." Für jede Stimmung und jedes Fahrziel gönne er sich "ein adäquates Gefährt."

Das auffälligste Auto im Naish’schen Fuhrpark ist - man mag es kaum glauben - ein Leichenwagen. Den Eureka Cadillac, Baujahr 1963, hat Naish in einen Hotrod umgewandelt: "Zuerst einmal habe ich den originalen Caddy-Antriebsstrang entfernt - und einen Chevy 383 Stroker V8-Block hinein gepflanzt." Naish berichtet stolz über weitere nachträgliche Einbauten: eine Rückfahrkamera, seitliche Auspuffrohre, fette Schlappen, abgedunkelte Scheiben und Details wie die Totenkopf-Accessoires. "Das ist ein Auto, nach dem jeder den Kopf umdreht. Der Motor klingt wahnsinnig. Und ich kann sogar Longboards darin transportieren. Das ist mal ein richtiges böses Surf-Auto."

Naish fährt auch Monster-Truck und Caravan

Das mit Abstand langweiligste Auto in Naishs Fuhrpark ist ein Dodge Grand Caravan, Modelljahr 2009. Warum ein cooler Surfer sich eine solch biedere Familienkiste hält? "Weil der Dodge einfach praktisch ist." Außerdem mag Naish keine Mietwagen. Deswegen parkt der Van meist am Flughafen von Oahu, einer der acht größten Eilande der hawaiianischen Inselkette im Pazifischen Ozean, die Naish regelmäßig zum Surfen besucht. Um kein Gepäck mitschleppen zu müssen, lässt er es einfach im Van - samt der Surfbretter. "Ich brauche hier ein Auto, das groß genug für meine komplette Ausrüstung ist - und natürlich für meine Familie." Naish ist verheiratet und hat zwei Töchter; Nani ist 27 Jahre alt, Christina zarte drei.

Ein Pick-up darf im Fuhrpark eines US-Stars natürlich nicht fehlen: Bei Familie Naish nimmt ein schwarzer GMC Denali diese Rolle ein. "Den GMC fährt meine Frau oft. Er steht außerdem am Flughafen von Maui, wenn ich reise."

Naish fährt täglich mit einem Monster-Truck zum Surfen

Ein weiteres Gefährt für den täglichen Gebrauch ist der Ford F250 Pick-Up. Mit einem 7.3 Liter Turbodiesel-Motor, Modelljahr 2003, und 38,5-Zoll-Offroad-Reifen. In Europa würde man so etwas fast als Nutzfahrzeug bezeichnen. "Auf Maui braucht man einen solchen Truck. Ich brauche einen großen Truck", betont Naish. Den Ford nimmt Naish auch für die täglichen Fahrten zum Strand. "Da passt fast meine gesamte Ausrüstung rein. Und die nördlichen Strände von Maui sind wirklich schmutzig. Es regnet viel hier oben auf dem Land, wo wir wohnen. Und der rote Sand gelangt einfach überall hin. Deswegen ist es angenehm, ihn hinten auf der Pritsche zu bannen." Den Leichenwagen nutzt Naish deshalb nur für Trips in den Süden der Insel.

Naish mag es groß, deswegen zählt zusätzlich ein schwarzer Cadillac Escalade zu seinem Fuhrpark, Modelljahr 2003. Noch. "Den ersetze ich bald durch einen Porsche Cayenne." Die Konfiguration steht schon fast.

Die Marke aus Zuffenhausen hat es dem Surfer ohnehin angetan; zwei Porsche sind bereits sein Eigentum. Ein 911er, Baujahr 1977, ist sein erstes "Projekt-Auto", wie er es nennt: "Ich entschuldige mich bei allen Porsche-Puristen, aber ich behalte selten etwas, das von der Stange kommt." Robby mag es individueller: "Schon vor 20 Jahren habe ich ihm eine "slantnose"  verpasst", also eine besonders flache Haube. Daneben implantierte Naish dem Sportwagen statt einem 2,7 Liter-Motor ein 2.8-Liter-Aggregat und ein neues Getriebe. Die Farbe ist geblieben: Iris-blau. Der Zustand: fantastisch. Was vor allem daran liegt, dass meist ein Motor geplatzt ist und das Auto nur in Garagen stand. Bis heute: "Ich habe das Auto vor zwei Jahren zu einem kalifornischen Spezialisten geschickt, damit die mir einen neuen Motor bauen: einen Drei-Liter "big bore". Ich bin schon gespannt, wie er dann läuft... wenn ich ihn überhaupt jemals wieder zurück bekomme", sagt Naish etwas genervt.

Porsche Panamera ist Naishs Lieblingsauto

Der Frust verfliegt aber in Windeseile, wenn der Surfer über den jüngste Zugang im Fuhrpark berichtet: einen Porsche Panamera S in schwarz metallic. "Eigentlich wollte ich den Panamera als Turbo bestellen, aber auf Maui gibt es keinen Grund für 100 PS mehr. 400 PS reichen hier locker aus", sagt Naish bescheiden. Auch bei seinen Mädels schindet Naish mit dem Porsche-Flaggschiff Eindruck: "Meine Frau und meine drei Jahre alte Tochter mögen meine Autos nicht sonderlich. Aber den Panamera lieben sie. Damit habe ich das schnelle, coole "killer-car" für die ganze Familie", so Naish.
 
Schnelligkeit hat es dem Surfer angetan, deswegen gönnt er sich einen weiteren Leckerbissen - einen Rennwagen-Prototyp mit Straßenzulassung. Naish: "Ich habe den 1991er Evans von Evans Automobiles in Scottdale Georgia neu gekauft, obwohl ich zu der Zeit eigentlich auf der Suche nach einem Porsche 962 war." Der Flitzer ist kein Einzelstück. "Insgesamt wurden zwei davon gebaut", schmunzelt Naish. "Die gelbe Lackierung wäre jetzt nicht meine erste Präferenz gewesen, aber es ist die Originalfarbe."

Der Semi-Monocoque aus Aluminium mit einem Stahlrahmen wird von einem 5,7 Liter-Motor und einem ZF-Getriebe angetrieben. Der Zweisitzer wiegt gerade mal 2.100 Pfund. "Ich fuhr gerne zum Hawaii Raceway Park, um dort ein paar Runden zu drehen. Leider wurde diese Rennstrecke geschlossen, deswegen steht der Renner jetzt meistens in meiner Scheune. Maui ist eben nicht der beste Ort für ein solches Auto. Es braucht eine Rennstrecke, um das ganze Potenzial auszukosten. Auf der Straße macht das nicht so viel Spaß. Es ist zu heiß, zu laut und zu schnell."

Auch ein zwölf Meter langes Wohnmobil zählt zu Naishs Fuhrpark

Der Wellenreiter besitzt - wie alle "Rennfahrer" - natürlich auch ein Wohnmobil. "Wir behalten das zwölf Meter lange Outlaw Toy Hauler Motor Home bei meinem Büro in Washington an der West Coast", so Naish. Das Wohnmobil im US-Format sei der reinste Lastesel, biete ausreichend Schlafraum für fünf Personen und - dank vier Flatscreen-Fernseher und eines großzügiges Bades - ausreichend Komfort. "Das Wohnmobil ist perfekt für Fahrten durch die USA", erklärt Naish, der sich 2001 aus dem Profisport zurückgezogen hat, um sich der Produktion von Sportmaterial und -bekleidung zu widmen. Dazu gründete er seine Firma "Naish International".

Auf die Frage, was sein Lieblingsauto ist, antwortet der smarte Geschäftsmann - wie aus der Pistole geschossen: "der Panamera. Das Auto ist einfach vollgestopft mit beindruckender Technologie, es ist so schnell und so komfortabel. Jeder hat genug Platz." Deswegen ist es auch sein mit Abstand teuerstes Auto. Den Preis will er nicht nennen. Aber allein das Basismodell kostet 95.000 Euro. Und selbst für Robby Naish hat Porsche seine Firmenpolitik nicht geändert, Promis Autos mit hohen Rabatten hinterher zu werfen. Naishs billigstes Auto ist übrigens - trotz aller Personalisierungen und des Transports aus Kalifornien - der Cadillac Leichenwagen.

Autofahren gelernt hat Naish in einem VW Bulli und Käfer

Was Naishs erstes Auto war? "Autofahren gelernt habe ich in einem Volkswagen-Transporter, den meine Eltern zum Campen genutzt haben. Und in einem VW Käfer." Das erste Auto, das sich Naish selbst gekauft hat, war ein 1981 Dodge Charger. "Mit einem 2,2 Liter Benzinmotor. Keine Rakete, aber rot und laut und perfekt, um großartige Burnouts zu machen."

Was Naish das Wichtigste an einem Auto ist? "Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mir mehr als ein Auto leisten kann. Deswegen erfreue ich mich dieser Sammlung an Autos für verschiedene Anlässe und Stimmungen." Außerdem betont Naish, dass er gerne einzigartige Autos fährt. "Ich fahre nicht gerne, was jeder sonst auch fährt. Ich liebe Autos mit Persönlichkeit, mit vielen kleinen Details, die das Auto einzigartig machen und aus der Masse heraus stechen lassen. Denn für mich ist Autofahren mehr als nur Fortbewegung. Vielmehr reflektiert es, wer ich bin und wie ich mich fühle. Ich will deswegen nur sportliche, kraftvolle, saubere und kultivierte Automobile, die dennoch aggressiv und etwas furchterregend sein dürfen."

Einige seiner Autos bewegt Naish weniger als 250 Kilometer pro Jahr. "Meinen Ford Truck fahre ich derzeit am häufigsten - und rund 10 000 Kilometer im Jahr. Von meinem Haus zum Strand und in die Stadt. Wir leben hier auf dem Land, auf einer Ranch, die 16 Meilen entfernt ist von Kahului town. Und das ist schon eine große Distanz - für hawaiianische Verhältnisse."

Bei diesem imposanten Fuhrpark stellt sich natürlich die Frage, ob noch irgendein Wunsch offen geblieben ist? "Ja, ich liebe den neuen Porsche 911 GT3", schwärmt Naish. "Natürlich ist Maui auch dafür wieder nicht der beste Platz der Welt. Aber für Enthusiasten ist dieses Auto schon unschlagbar. Auch den neuen GT2 RS finde ich ziemlich beindruckend, aber er bewegt sich etwas außerhalb meiner Preis-Range", sagt Naish. Unser Mitleid hält sich in Grenzen. 

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