Audi Q7 V12 TDI vs. Porsche Cayenne Turbo S
Zwei Turbo-Wuchtbrummen im Kampf
Leichtathleten sehen anders aus. Sportliche Anlagen weisen die Power-SUV von Audi und Porsche dennoch auf. Ob Selbstzünder oder Ottomotor: Über die Notwendigkeit von 500 plus PS dank Turboaufladung herrscht Einigkeit.
Zugegeben - in Zeiten von Klimaschutz- und CO2-Debatten sind Autos wie der Audi Q7 V12 TDI und der Porsche Cayenne Turbo S alles andere als unumstritten. Wenn schon die Gattung gewichtiger SUV an sich am Pranger steht, lässt sich nur schwer pro Möchtegern-Offroader mit 500 und mehr PS argumentieren. Und doch: Wer ein Faible für übergroße allradgetriebene Autos hat und einmal im stärksten Diesel-SUV oder seinem von einem aufgeladenen Turbo-Benziner befeuerten schwäbischen Pendant unterwegs war, wird Mühe haben, sich dem Faszinationspotenzial derartiger Boliden zu entziehen.

Die Manier, mit der sowohl das mit 2.706 Kilogramm schwerste Power-SUV überhaupt, der von einem sechs Liter großen aufgeladenen Selbstzünder befeuerte Q7 V12 TDI, als auch der 550 PS starke, auf einen 4,8-Liter-V8 mit Abgasturbolader vertrauende Porsche Cayenne Turbo S ihre Masse und Statur vergessen machen, nötigt selbst ausgewiesenen Sportwagen-Fans Respekt ab. An die ausgesprochen stämmige Statur der Allradler dürften sich jene jedoch gewöhnen müssen.
Platzmangel ist im Porsche Cayenne Turbo S kein Thema
Insbesondere der über fünf Meter lange und exakt zwei Meter hohe weiße Wal aus Ingolstadt verlangt seinem Piloten in engen Innenstädten oder Parkhäusern diesbezüglich nämlich einiges ab. Gut nur, dass aufgrund der erhöhten Sitzposition wenigstens für Übersicht gesorgt ist. Der rote Cayenne Turbo S ist nicht nur aufgrund seiner gedeckten Farbe eine Spur weniger präsent. In der Höhe fehlen dem Schwaben acht, in der Länge fast zwanzig Zentimeter auf den Bayern.
Platzmangel ist jedoch auch im Porsche kein Thema. Fondpassagiere haben ausreichend Raum. Einzig in Bezug auf das Fassungsvermögen des Gepäckcompartments würde man den luftgefederten Nobel-SUV insgesamt mehr zutrauen, als tatsächlich geboten ist. Üppig viel Platz für sperriges Stückgut stand weder bei Porsche noch bei Audi ganz oben im Anforderungsprofil. Jener fiel in beiden Fällen der zugunsten der Formensprache hier wie da sehr schrägen Heckklappe zum Opfer.
Der Audi Q7 ist im Spritverbrauch genügsamer
Dass der Q7 im Alltag weit mehr überzeugt als der starke Cayenne, ist demnach weniger seiner Respekt einflößenden Größe als vielmehr seinem vergleichsweise moderaten Umgang mit dem wertvollen fossilen Brennstoff geschuldet. Während der Cayenne Turbo S mit einem Testverbrauch von 25,3 Liter Super Plus auf 100 Kilometer zweifellos zu den trinkfesteren Vertretern seiner Gattung zählt, begnügt sich der Zwölfzylinder-Diesel-SUV von Audi mit mittleren 16 Liter Kraftstoff. Das ist für sich genommen zwar auch nicht wirklich wenig, geht angesichts der gebotenen Leistung von 500 PS und dem überbordenden Drehmoment von bis zu 1.000 Newtonmeter aber in Ordnung.
Vor diesem Hintergrund dürfte der Rückstand des stärksten Turbodiesels auf den stärksten Turbobenziner bei der Sprintprüfung für das Gros der SUV-Freunde wohl zu verkraften sein. Für ein Auto dieser Gewichtsklasse sind 5,8 Sekunden für den Spurt aus dem Stand auf Landstraßentempo aller Ehren Wert. Bis zum Erreichen der 200-km/h-Schallmauer verliert der Q7 dann 3,5 Sekunden auf den mit 50 Pferdestärken mehr antretenden und rund 150 Kilogramm leichteren Cayenne.
Der Audi Q7 wird vom ESP eingebremst
Dies und das nicht deaktivierbare und notorisch in jedwedes flotte Geschehen eingreifende ESP bremsen das Diesel-SUV auch im Slalom und auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim nachhaltig ein. Hier sorgt der Porsche für Furore: Er überfliegt den 2,6 Kilometer langen Kurs im Badischen binnen 1.16,7 Minuten und belehrt damit alle, die bislang der Meinung waren, dass SUVs auf der Rennstrecke nichts zu suchen hätten, eines Besseren. Viele mit einem ähnlichen Leistungsgewicht antretende Limousinen sind hier nicht schneller unterwegs.
Auch im Slalom hinterlässt der Porsche mit mittleren 63,6 km/h eine nachhaltige Duftmarke. Erst bei der Bremsprüfung bekommt das bis dato ungetrübte Bild des stärksten Turbo-Cayenne Risse. Zwar hat die Keramik- Bremsanlage den Allradler auch nach der zehnten Vollbremsung aus 100 km/h noch ebenso sicher im Griff wie bei der Zeitenhatz auf dem Kleinen Kurs. Aus höheren Geschwindigkeiten heraus gönnt sich das System jedoch erst einmal eine gewisse Bedenkzeit, bevor es unten herum gewohnt kraftvoll zubeißt. Das erklärt die mit mittleren 9,7 m/s2 hier alles in allem nicht wirklich überzeugende Verzögerungsleistung.
Der Audi hat bei der 200-km/h- Bremsung zwar etwas mehr zu bieten (10,0 m/s²), gibt sich jedoch insgesamt etwas zahnlos und neigt sowohl bei der Standard-Bremsprüfung als auch auf dem Kleinen Kurs zum Fading. Nach dem zehnten Haltebefehl aus 100 km/h packen die Stopper mit 9,6 m/s² nurmehr verhalten zu. Subjektiv lässt sich das Erreichen der Belastungsgrenze des gleichfalls mit Kohlefaser-Keramik-Scheiben bestückten Q7 am spürbar länger werdenden Pedal erkennen.
Im Zwischenspurt nimmt der Audi Q7 dem Porsche Cayenne Zeit ab
Wer sein SUV selten bis zum Äußersten fordert und stattdessen Wert auf Kraft in allen Lebenslagen legt, könnte beim Q7 V12 TDI trotzdem an der richtigen Adresse sein. In Sachen Durchzugsvermögen macht dem starken Diesel nämlich so schnell keiner etwas vor. Immer dann, wenn es gilt, der Konkurrenz innerhalb ein und derselben Fahrstufe auf und davon zu ziehen, ist der Turbodiesel voll in seinem Element. Beim Zwischenspurt von 80 auf 160 km/h im fünften Gang nimmt der Q7 dem Cayenne Turbo S beachtliche 4,8 Sekunden ab.
Bezüglich der Preisgestaltung geben der Audi und der Porsche sich hingegen wenig bis gar nichts: Der Q7 V12 TDI ist ab 132.400, der Cayenne Turbo S ab 133.971 Euro zu haben. Im vollen Testwagenornat notieren beide Autos mit rund 150.000 Euro. Aufs Kilo gerechnet ist das gar nicht mal so viel.
| Basisdaten | ||
|---|---|---|
| Marke | Porsche | Audi |
| Modell | Cayenne Turbo S | Q7 6.0 TDI quattro Luftfederung |
| Baujahr | 2008 | 2008 |
| Grundpreis | 133.971 Euro | 132.400 Euro |
| Motor | V-Motor 8 Zylinder Abgasturbolader | V-Motor 12 Zylinder Abgasturbolader |
| Ventile | 4 pro Zylinder, dohc | 4 pro Zylinder, dohc |
| Bohrung mal Hub | 96,0 x 83,0 mm | 83,0 x 91,4 mm |
| Hubraum | 4806 cm³ | 5934 cm³ |
| Verdichtung | 10,5:1 | 16,0:1 |
| Leistung |
550 PS (405 kW) bei 6000 U/min |
500 PS (368 kW) bei 3750 U/min |
| Drehmoment | 750 Nm bei 2250 U/min | 1000 Nm bei 1750 U/min |
| Literleistung | 114 PS (84 kW)/Liter Hubraum | 84 PS (62 kW)/Liter Hubraum |
| Kraftübertragung | Allradantrieb | Allradantrieb |
| Getriebe | 6-Gang, automatisch | 6-Gang, automatisch |
| Gangübersetzungen | I. 4.15, II. 2.37, III. 1.56, IV. 1.16, V. 0.86, VI. 0.69, | I. 4.171, II. 2.34, III. 1.521, IV. 1.143, V. 0.867, VI. 0.691, |
| Achsübersetzung | 3,27 | 3,27 |
| Fahrwerk | ||
| Radaufhängung (vorn/hinten) | Einzelradaufhängung / Einzelradaufhängung | Einzelradaufhängung / Einzelradaufhängung |
|
Federung (vorn/hinten) |
mit Luftfedern, Stoßdämpfern / mit Luftfedern, Stoßdämpfern | mit Federbeinen / mit Federbeinen |
| Stabilisatoren (vorn/hinten) | ja / ja | ja / nein |
| Bremsdurchmesser (vorn/hinten) | 380/358 mm | 420/370 mm |
| Reifen (vorn) | 295/35 ZR 21 | 295/40 ZR 20 |
| Felgengröße (vorn) | 10 J x 21 | 10 J x 20 |
| Reifen (hinten) | 295/35 ZR 21 | 295/40 ZR 20 |
| Felgengröße (hinten) | 10 J x 21 | 10 J x 20 |
| SPAX | ||
| sport auto-Index | 4.8 | 5.6 |
Das ist ja wiedermal eine Frechheit von Porsche, dass die Verbrauchsanzeige nicht über 40 Liter pro 100 Km geht. In Nardo hat sich vor ein paar Jahren ein Turbo Cayenne fast 70 Liter auf 100 Km bei Topspeed um die 270 km/h genehmigt.
nabend.. für mich beides keine sportwagen.. auschlusskriterium gewicht. wer mit dem Q7 heizt, ist absolut uncool... das ist ein powercruiser. und bestimmt nicht für ecken gemacht. meine meinung.gruss LR.
ein m5 hat aber nicht 3,5t anhägelast....leider....
touring jederzeit bevorzugen würde!
Grüße, Bullitt
ich denke schon dass das mit den 40 litern stimmt.
aber wenn der maximalverbrauch gesucht wird is das auch kein wunder, da weiß ja kein mensch wie der wert zu stande kommt. wenn ich mit unserm renault espace (3,5l v6, 241ps) nachem tanken die uhr zurückgestellt hab und erstmal ne vollgaspassage auf der autobahn hinlege steht da auch kiurzfristig sowas, pendelt sich dann aber schnell wieder ein.
nach dem tanken einmal vollgas geben wird auch beim q7 tdi ein loch im tank lassen. da wird der sich auch locker über 30 liter genehmigen.
übrigens is der espace auch nen super beispiel für das von dir genannte szenario, man braucht also nicht unbedingt so einen monster suv!
ich bin überhaupt kein freund dieser dickschiffe, die meiner meinung nach ein in den meisten fällen überflüssige fahrzeuggattung darstellen (ehcte geländegänger wie g-klasse oder landrover defender ausgeschlossen), aber als vermögender familienvater mit viel platz bedarf lass ich es einmal durchgehen, obwohl ich nen m5
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