Winterreifentest im Format 225/45 R17 V: Winterreifentest 2009 - Teil 3

Winterreifentest 2009

Schnee, Nässe und auch Trockenheit sind Kriterien, die der Winterpneu schließlich beherrschen muss. Hohe und weitreichende Anforderungen also, denen sich die acht Kontrahenten auf den speziellen Teststrecken in Schweden und Frankreich stellen. Namentlich sind dies in der Dimension 225/45-17 und dem Speedindex "V" (bis 240 km/h) folgende: Continental Winter Contact TS 830 P, Dunlop SP Wintersport 3D, Firestone Winterhawk 2, Goodyear Ultragrip Performance 2, Kumho I‘zen KW 27, Michelin Pilot Alpin, Nokian WR G2 und Pirelli Sottozero Serie 2.

Wir verlassen Schweden mit zwei überzeugenden Schneespezialisten - dem Continental Winter Contact TS 830 P und dem Goodyear Ultra Grip Performance 2, die beide Kopf an Kopf an der Spitze liegen. Doch wie sieht es auf nasser und trockener Strecke aus?

Bei den Nässe-Disziplinen spielen hingegen andere munter auf. Allen voran nun der Dunlop SP Wintersport 3D, der auf dem 2.300 Meter langen, bewässerten Handlingkurs den Rest mit deutlichem Abstand im Regen stehen lässt. Nahezu 1,5 Sekunden beträgt der zeitliche Vorteil. Und das Wie kann ebenso vollauf überzeugen. Die Lenkpräzision des Dunlop ist über jeden Zweifel erhaben, das Fahrverhalten überzeugend ausgewogen. Und wenn der Mercedes SLK mit dem Dunlop von der Haft- in die Gleitreibung übergeht, dann zahm und über alle Viere schiebend.

Brems- und Aquaplaningleistung ist entscheidend

Der Pirelli hält dagegen. Obwohl mit einem grundsätzlich etwas schlechteren Gripniveau ausgestattet, kann der Italiener beim Fahrverhalten dem Dunlop die Stirn bieten. Beim Lenkgefühl hinkt der Sottozero Serie 2 etwas hinterher. Platz zwei in der Nässewertung ist dem Pirelli aber dank ausgewogener Brems- und Aquaplaningleistung trotzdem sicher. Mit weiteren zwei Punkten Rückstand läuft der Continental auf dem dritten Rang ein, verliert beim Handling deutlich Zeit, hat andererseits beim Bremsen die Profilblöcke vorn und leistet sich auch bei der Fahrsicherheit keinen Ausrutscher. Rang vier auf nassem Geläuf gebührt dem Goodyear. Mit einer Aufschwimmgeschwindigkeit von 65,6 km/h hält der Ultra Grip die Konkurrenz beim Aquaplaningversuch in Schach. Die ermittelten Bremswerte liegen auf Mittelmaß. Beim Fahrverhalten sind Abstriche zu machen, da die Seitenführungskräfte an der Hinterachse relativ abrupt abreißen.
 
Nach diesem Führungsquartett nimmt die Performance dann deutlich ab. Kumho, Michelin und Nokian folgen mit Respektabstand. Wobei sich der Kumho KW 27 in diesem Trio als derjenige mit der schnellsten Rundenzeit und den besten Aquaplaningfähigkeiten präsentiert. Wohingegen der Nokian im acht Millimeter tiefen Wasserbecken insgesamt am frühesten aufschwimmt und der Michelin die längsten Bremswege produziert. Und der Firestone? Der trägt bei den Nasskriterien mit Abstand die rote Laterne. Nur in der Aquaplaningwertung kann sich der Japaner noch im Mittelfeld platzieren. Ansonsten verweist ihn sein mäßiges Gripniveau ans Ende der Konkurrenz. Gegenüber dem Schnellsten im Nasshandling, dem Dunlop, klafft eine Lücke von fast zehn Sekunden. Und auch beim Bremsweg aus 100 km/h gönnt sich der Winterhawk 2 nahezu zehn Meter mehr Strecke als der Beste. So kommt es also nicht von ungefähr, dass der Firestone dann zumindest in der Trockenwertung den zweiten Platz belegt. Zusammen mit dem Pirelli, der neben seinen Nässequalitäten auch auf trockener Strecke mit einem sehr ausgewogenen Fahrverhalten überzeugt.

Enges Feld auf trockener Fahrbahn
 
Wenngleich das beim letzten Testblock eng beieinander liegende Feld beweist, dass sich bei trockener Fahrbahn keine größeren Unterschiede unter den acht Winterreifen auftun. Es sind Nuancen, wie zum Beispiel jene, dass der Michelin die beste Lenkpräzision zu bieten hat, dafür aber mehr auf Lastwechsel reagiert als die Konkurrenten. Letztlich spielen die Bremswerte höchstens noch das Zünglein an der Waage. Denn die differieren zwischen dem besten Reifen, dem Dunlop (43,2 m), und dem schlechtesten, dem Kumho (46,6 m) um immerhin über drei Meter. Am Endergebnis ändert diese Tatsache allerdings nicht mehr viel. Schließlich werden die Schnee- und Nässe-Instanzen deutlich stärker gewichtet. Und hierbei zeigt sich, dass vier von acht die Schneeflocke mit Stolz auf ihren Flanken tragen dürfen: Und das sind der Continental Winter Contact TS 830 P, der Pirelli Sottozero Serie 2, der Dunlop SP Wintersport 3D sowie der Goodyear Ultra Grip Performance 2.

Winterreifentest im Format 225/45-17 VR
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Jochen  Übler

Autor:

SPORT AUTO, Heft 11 / 2009

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